Nationalrat Lohr: «Bin dankbar und schaue es als Privileg an»

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    Bodensee,

    Beim traditionellen Bettagsgespräch der Evangelischen Landeskirche Thurgau sprach Nationalrat Christian Lohr über Dankbarkeit, Glauben und Politik.

    Lohr und Aus der Au 2
    Kirchenratspräsidentin Christina Aus der Au und Nationalrat Christian Lohr während des Gesprächs. - zVg

    Christian Lohr ist seit bald 15 Jahren Nationalrat für die Mitte und gehört seit 40 Jahren der Synode der Evangelischen Landeskirche Thurgau an. Der Bettag sei für ihn ein wichtiger Anlass, innezuhalten und sich auf das Gemeinsame zu besinnen. «Ein Tag, der den Zusammenhalt fördert, finde ich extrem wichtig», sagt Lohr im Video.

    Gerade den gesellschaftlichen Zusammenhalt sieht der Kreuzlinger als zentrale Herausforderung. In der Politik werde zu wenig miteinander gesprochen, gleichzeitig nehme die Angst vor anderen Meinungen zu. Umso wichtiger sei es, den Dialog zu pflegen und Gemeinsamkeiten nicht aus den Augen zu verlieren.

    Nationalrat Christian Lohr
    Christian Lohr (Mitte) vertritt den Kanton Thurgau seit 2011 im Nationalrat. - keystone

    Das gelte auch für die Kirchen, die ihre Mitglieder und deren Anliegen ernst nehmen und miteinander ins Gespräch bringen sollten. Der Bussgedanke des Feiertags bedeutet für Lohr auch, das eigene Handeln zu hinterfragen und Demut zu zeigen.

    Dabei spricht der Politiker offen über sein Leben mit einer Behinderung und darüber, wie diese Erfahrung seinen Blick auf das Leben geprägt hat.

    Kennst du Menschen, die mit einer Beeinträchtigung leben?

    «Ich bin dankbar und schaue es als Privileg an, mit einer Behinderung zu leben», erklärt er. Die Behinderung habe ihm geholfen, den Sinn des Lebens zu erkennen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Sein Glaube gibt ihm dabei Halt.

    Lohr möchte mit seiner Haltung anderen Menschen Mut machen. «Ich wünsche mir, dass wieder viel mehr Menschen Gottvertrauen haben», sagt er. Angesichts von Kriegen und gesellschaftlichen Spannungen gewinnt für ihn der Gedanke des Zusammenhalts zusätzlich an Bedeutung.

    Wo unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen, brauche es mehr gegenseitigen Respekt und die Bereitschaft, miteinander im Gespräch zu bleiben.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «Frauenfelder Nachrichten» erschienen.

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