Graubünden

    Brienz: Präzedenzfall in den Alpen – Ein Dorf muss weichen

    Lena Goldmann
    Lena Goldmann

    Thusis,

    Die Umsiedlung von Brienz ist einzigartig in der Schweiz. Gefährdet durch einen drohenden Bergsturz, müssen Dutzende ihre Heimat verlassen.

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    Präzedenzfall: Brienz soll umgesiedelt werden. - keystone

    Das Dorf Brienz, hoch über dem Albulatal, steht vor einer beispiellosen Herausforderung. Zum ersten Mal in der Schweiz wird eine vorsorgliche Umsiedlung dieser Grössenordnung geprüft, wie das «SRF» berichtet.

    Aktuell denken 25 Parteien, darunter Familien und Einzelpersonen, über einen Wegzug aus dem gefährdeten Dorf nach. Das entspricht einem Drittel der rund 80 Bewohnerinnen und Bewohner.

    Die Behörden sprechen von einem Novum. Noch nie war die Gefahr durch eine instabile Felsmasse so gross, dass eine solche präventive Umsiedlung unumgänglich erscheint, schreibt «vol.at».

    Lebensgefahr durch instabile Hänge in Brienz

    Seit Jahren sorgen sich Experten um die Sicherheit in Brienz. Der Hang oberhalb des Dorfes bewegt sich teils mehr als einen Meter pro Jahr, warnen Geologen laut «SRF».

    Ein neu gebauter Entwässerungsstollen hat zwar geholfen, die Gefahr aber nicht beseitigt. Die Bevölkerung lebt seit mehreren Evakuierungen nur noch tagsüber im Ort.

    Warst du schon mal in Brienz GR?

    Übernachtungen sind aus Sicherheitsgründen weiterhin verboten, so der Gemeindeführungsstab. Die Belastung für Anwohnerinnen und Anwohner ist enorm. Viele müssen ihre Zukunft neu denken, gerade Familien mit Kindern, erklärt die Gemeinde.

    Präventive Umsiedlung – ein Schweizer Präzedenzfall

    Die Arbeitsgruppe Umsiedlung klärt mit Betroffenen, wie ein neuer Anfang gelingen kann, informiert die Gemeinde Albula/Alvra. Wer Brienz verlässt, muss sein Haus abtragen, erst danach erfolgt eine Entschädigung auf Basis des Waldgesetzes, so «vol.at».

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    Das Dorf Brienz. - keystone

    Zudem müssen Umsiedlungswillige komplexe Fragen klären: Neubau, Kauf einer anderen Immobilie oder der Umzug in eine bereitgestellte Zone der Gemeinde.

    Die Behörden unterstützen mit Darlehen und Beratungen. Doch Brienz bleibt ein Sonderfall in der Schweiz, ein Präzedenzfall für mögliche zukünftige Umsiedlungen bei Naturgefahren.

    Unsichere Zukunft für Brienz

    Viele Menschen vor Ort hoffen, dass zumindest ein Teil der Dorfgemeinschaft in einem neuen Quartier wieder zusammenfinden kann. Die Emotionen sind zwiegespalten: Einige wollen um jeden Preis bleiben, andere sehen keinen Weg zurück.

    Die Debatte um Entschädigungen und Bedingungen sorgt für weiteren Diskussionsstoff. Fest steht aber laut Gemeinde: Brienz und seine Umsiedlung bleiben einmalig in der Schweizer Geschichte – mit offenem Ausgang für die Betroffenen.

    Kommentare

    User #1622 (nicht angemeldet)

    …Ausbürgerungen wird zukünftig folgen…!

    User #6239 (nicht angemeldet)

    Bengalisch sanieren wäre hier evtl eine Lösung. Es wird leider noch etliche Bergdörfer treffen. Hier wären die 5.6 Mio vom BR besser investiert als in E-Schrott.

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