Chrüzlinger Fäscht – OK-Präsi: «Man kann in Thai-Outfits schlüpfen»

Vor dem Chrüzlinger Fäscht am 20. Juni freut sich OK-Präsident Thomas Niederberger auf die einmalige Atmosphäre, schöne Begegnungen und feinen Street Food.

Mit dem «Chrüzlinger Fäscht – Wir sind 100 % Kreuzlingen» setzte der gleichnamige Verein ein Zeichen, um den Menschen unterschiedlichster Nationen, die in Kreuzlingen leben, ein Gesicht zu verleihen.
Am 20. Juni ist es wieder so weit: 40 Nationen präsentieren ihre Kultur im Stadtzentrum, höchste Zeit für ein Gespräch mit dem OK-Präsidenten Thomas Niederberger.
Redaktion: Mit dem Ziel, das Zusammenleben verschiedener Länder und Kulturen näher zu bringen, organisierten Sie 2013 erstmals das Chrüzlinger Fäscht. Erinnern Sie sich noch an die Premiere?
Thomas Niederberger: Ja und ob! Mit rund zwölf Nationen entwarfen wir ein Konzept und legten los. Vom Start weg hatten wir grossen Erfolg. Trotz Regen kamen so viele Gäste, die Stimmung war grossartig und am Ende tanzten alle vor der Bühne zu portugiesischer Musik.
Ich hatte den Eindruck, dass viele Leute auf einen Anlass dieser Art warteten.
Redaktion: Kreuzlingen zählt über 56 Prozent Einwohnerinnen und Einwohner ohne Schweizer Pass, die alle friedlich zusammenleben. Dies ist unverändert so. Mussten Sie im OK Anpassungen für die Organisation oder Durchführung vornehmen?
Niederberger: Mittlerweile nehmen 40 Nationen teil und der Aufwand ist sehr gross, und zwar in Bezug auf das Material, den Auf- und Abbau und natürlich auch für das OK und die Helferinnen und Helfer. Der Aufwand für die Festinfrastruktur wie Marktstände, Bühne, Zelte, Strom, Wasser usw. ist sehr hoch.

Redaktion: Das Fest ist kein städtischer Anlass und wird von Sponsoren mitfinanziert. Wie hat sich dieser Bereich entwickelt?
Niederberger: Wir dürfen auf zahlreiche treue Sponsoren zählen, die uns seit Beginn unterstützen. Allerdings erhöhte sich der finanzielle Aufwand seit 2013 laufend. Die gesamte Festinfrastruktur über Strom, Wasser, Toiletten ist teurer geworden.
Auch gesetzliche Vorgaben wie beispielsweise der Bereich Sicherheit, verteuernden Anlass. Heute budgetiert der Verein 50'000 Franken, gestartet sind wir mit 30'000 Franken.
Redaktion: In diesem Jahr ist Thailand Gastnation. Sie haben eine spezielle Beziehung zu diesem Land.
Niederberger: Meine Frau Mem ist Thailänderin. Mit unseren drei Söhnen und der Tochter sind wir regelmässig in das Land gereist, weil es uns wichtig war, dass sie Land, Kultur und Religion kennenlernen.
Beim Chrüzlinger Fäscht führten wir die Gastnation vor zehn Jahren ein. Es ist immer eindrücklich, wenn sich eine Nation im Nationenzelt präsentiert.
Redaktion: Dürfen Sie verraten, was Thailand plant?
Niederberger: Nach meiner offiziellen Begrüssung wird meine Frau als Vertreterin der Gastnation Thailand eine Ansprache halten, ich werde als Übersetzer fungieren.
Im Nationenzelt ist eine Ausstellung geplant und man kann in authentische Thai-Outfits schlüpfen und Fotos machen. Zudem richten wir eine Strandbar ein und meine Frau gibt im Nationenzelt einen Kochkurs.
Redaktion: Als OK-Präsident sind Sie vor und nach dem Fest nonstop im Einsatz. Gibt es Momente, auf die Sie sich besonders freuen?
Niederberger: Sobald der offizielle Teil mit der Begrüssung vorbei ist, bin ich erleichtert und kann das Fest in vollen Zügen geniessen, gehe von Stand zu Stand und freue mich über die schönen Begegnungen.
Redaktion: Zum Schluss: Verraten Sie uns ihren absoluten liebsten Street-Food-Stand?
Niederberger: Aus diplomatischen Gründen wird es jetzt heikel! Die Auswahl ist riesig und ich entdecke jedes Jahr etwas Neues. Meine Empfehlung lautet also: Probieren, probieren, probieren!
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Kreuzlinger Nachrichten» erschienen.






