Rorschacher Areal erneut verkauft – Mehrwert für Stadt?

Das Feldmühle-Areal in Rorschach hat schon drei Mal den Besitzer gewechselt. Neue Eigentümerin ist die Mettler Entwickler AG.

2017 übernahm die Steiner Investment Foundation das Gelände. Diese ging später in der Seraina InvestAGauf, welche das Areal an die Immobiliengesellschaft Realstone SA verkaufte. Im Oktober gab die Mettler Entwickler AG bekannt, sich den Erwerb des Areals gesichert zu haben.
Damit ist das Gelände seit dem Ende der industriellen Nutzung mindestens dreimal in neue Eigentümerschaft übergegangen. Im Interview erläutert Peter Mettler, CEO und Mitinhaber der Mettler Entwickler AG, die Beweggründe des Kaufes und die Pläne für das Gelände.
Redaktion: Was hat Sie dazu bewogen, das Feldmühle-Areal zu übernehmen beziehungsweise was hat Sie an diesem Standort und am Entwicklungspotenzial überzeugt?
Peter Mettler: Die Feldmühle liegt direkt am Stadtbahnhof Rorschach und damit an einer bestens erschlossenen Lage am Bodensee. Das Areal verbindet prägende Bausubstanz mit sehr grossem Potenzial für ein gemischt genutztes Quartier aus Wohnen und Gewerbe.
Solche Entwicklungen gehören zu unserem Kerngeschäft und wir freuen uns, einen wichtigen Ort in Rorschach nachhaltig weiterzuentwickeln und für die Stadt zu öffnen.

Die Mettler Entwickler AG hat sich den Erwerb des Areals gesichert und realisiert dort unter dem Namen «Feldmühle, das Quartier mittendrin» eine neue Arealentwicklung. Aktuell läuft die Parzellierung, im Anschluss erfolgt die Eigentumsübertragung.
Redaktion: Die Baubewilligung für das bisherige Projekt wurde im Mai 2025 erteilt. Ist diese weiterhin die Grundlage für die Realisierung, oder sind aufgrund von Projektänderungen neue Bewilligungen erforderlich?
Mettler: Die Baubewilligung vom Mai 2025 bleibt die Grundlage für die Realisierung. Vorgesehen sind lediglich kleinere Anpassungen. Dazu ist deshalb noch ein Korrekturgesuch vorgesehen.
Redaktion: Ist bekannt, weshalb Realstone SA das Areal nach dem Planungsprozess und der erteilten Baubewilligung verkauft hat? Und welche wirtschaftlichen und strategischen Überlegungen waren für Sie ausschlaggebend für den Kauf?
Mettler: Zu den Überlegungen früherer Eigentümer können wir uns nicht äussern. Fürunszählt, dass das Areal ein ausgezeichnetes Fundament mitbringt, und dass wir als langjährige Entwicklerin mit Erfahrung bei komplexen Arealen die Kompetenz und den Willen haben, es zu realisieren.
Redaktion: Gemäss Ihrer Mitteilung sind acht Neubauten vorgesehen, sechs davon in einer ersten Etappe. Wie viele Wohnungen und wie viel Gewerbefläche sind im aktuellen Projekt insgesamt geplant?
Mettler: Insgesamt sind über 200 Wohnungen geplant, die in zwei Etappen realisiert werden. Ergänzend entstehen attraktive kleinere und grössere Gewerbeflächen, die sich auf verschiedene Gebäude verteilen. In einem der Gebäude sind überwiegend Gewerbeflächen vorgesehen.
Ob dieses bereits in der ersten oder erst in einer späteren Etappe realisiert wird, hängt insbesondere von der Nachfrage ab. Damit wir die Flächen optimal nach den Bedürfnissen der künftigen Nutzer richten können, möchten wir bei der weiteren Planung die konkrete Ausgestaltung vom tatsächlichen Bedarf abhängig machen.
Interessenten für Gewerbeflächen dürfen sich gerne bei uns melden. Das genaue Nutzungskonzept, auch zur Aufteilung in Miet- und Eigentumswohnungen, kommunizieren wir zu einem späteren Zeitpunkt.
Redaktion: Welche bestehenden Gebäude bleiben erhalten und welche Bedeutung hat die Geschichte der ehemaligen Stickereifabrik für die architektonische Gestaltung des Areals?
Mettler: Die Geschichte der ehemaligen Stickereifabrik wurde bereits im Rahmen des Architekturwettbewerbs aufgegriffen und als historischer Hintergrund im Sondernutzungsplan verankert. Damit bildet sie eine feste Grundlage für die architektonische Gestaltung und die weitere Entwicklung des Areals.
Redaktion: Die Schadstoffsanierung hat am 5. Oktober begonnen. Wie sieht der weitere Zeitplan aus?
Mettler: Wir haben mit der fachgerechten Schadstoffsanierung begonnen, an die sich der Rückbau der bestehenden Liegenschaften anschliesst. Im zweiten Quartal 2027 folgen die Abbrucharbeiten mit anschliessendem Baubeginn. Der Bezug der ersten Wohnungen ist nach wie vor für den Sommer 2030 vorgesehen.
Redaktion: Welche Herausforderungen sind bei der Entwicklung des Areals besonders gross?
Mettler: Die städtebaulichen Fragen sind mit dem Sondernutzungsplan geklärt, und für das Projekt liegt bereits eine Baubewilligung vor. Die Schadstoffsanierung und die Rückbauarbeiten sind anspruchsvolle Aufgaben, die uns aber aus anderen Projekten bestens vertraut sind.
Sofern keine unvorhergesehenen Umstände eintreten, sind diese Aufgaben sind in Planung, Terminen und Kosten entsprechend berücksichtigt.
Redaktion: Welchen Mehrwert soll die Entwicklung des Areals für Rorschach und das Umfeld des Stadtbahnhofs schaffen?
Mettler: Das Areal ist seit längerem nicht mehr in Betrieb, und wir freuen uns sehr, dass hier ein neues Stück Rorschach entstehen darf. Lebendig wird ein Quartier durch eine gute Durchmischung: Neben einem grossen Angebot an diversen Wohnungen planen wir deshalb auch Gewerbeflächen, deren Nutzung sich nach Möglichkeit an den Bedürfnissen der künftigen Bewohner orientieren soll.
Damit möchten wir sicherstellen, dass die Angebote auch tatsächlich genutzt werden und zur Belebung des Quartiers beitragen. Attraktive Grünflächen und Begegnungszonen laden zum Verweilen ein, und mit rund 60 öffentlich zugänglichen Tiefgaragen-Parkplätzen schaffen wir zudem einen konkreten Mehrwert für das umliegende Quartier.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Bodensee Nachrichten» erschienen.








