Statt Lieferwagen: Firmen setzen jetzt auf E-Lastenvelos

24 Flawiler Betriebe testen ein Jahr lang E-Lastenvelos. Das Pilotprojekt soll zeigen, ob sich damit kurze Autofahrten ersetzen lassen.

In Flawil SG gehören E-Cargobikes künftig zum Geschäftsalltag: Mehrere lokale Unternehmen haben im Rahmen des Förderprojekts «E-Cargobikes für Unternehmen» ein individuell beschriftetes Lastenvelo erhalten. Das schreibt die Regio Appenzell AR-St. Gallen-Bodensee in einer Mitteilung.
Während eines Jahres können sie das elektrisch betriebene Fahrzeug kostenlos für ihre betrieblichen Einsätze nutzen. Das von «clevermobil» initiierte Projekt wird gemeinsam mit Flawil, Rapperswil-Jona, Rorschach und Wittenbach umgesetzt.
Auch der Kanton St. Gallen beteiligt sich an der Finanzierung. Insgesamt 24 Unternehmen aus den vier Gemeinden nehmen am Pilotprojekt teil. Die Nachfrage war gross: Die im April ausgeschriebenen Plätze waren innerhalb kurzer Zeit vergeben.
Für die Betriebe bietet das Projekt die Möglichkeit, ein E-Cargobike ohne Anschaffungskosten während eines ganzen Jahres auszuprobieren. Dabei geht es nicht um einen einmaligen Test, sondern um den Einsatz unter möglichst realistischen Bedingungen.
Die Unternehmen sollen herausfinden, ob sich das Fahrzeug tatsächlich in den täglichen Arbeitsablauf integrieren lässt.
Bis hin zur Blumenlieferung
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. E-Cargobikes kommen beispielsweise bei Maler- und Schreinerarbeiten, Elektroinstallationen, der Gartenpflege oder Verkabelungsarbeiten zum Einsatz. Auch für Lieferungen von Backwaren, Getränken und Blumen sollen die Fahrzeuge genutzt werden.

Unter den teilnehmenden Betrieben befinden sich laut der Regio Appenzell AR-St. Gallen-Bodensee Unternehmen unterschiedlicher Grösse und aus verschiedenen Branchen. Auch eine Baugenossenschaft, ein Hotel und ein traditioneller Messerschmied machen beim Projekt mit.
Im Mittelpunkt stehe die Frage, welche kurzen Geschäftsfahrten sich mit dem E-Cargobike erledigen lassen. Gerade bei Fahrten, für die nur wenig Material oder Werkzeug benötigt wird, könnte das Lastenvelo eine Alternative zum Auto oder Lieferwagen sein.
Gleichzeitig soll sich im Alltag zeigen, wo die Grenzen des Transportmittels liegen, so Regio Appenzell AR-St. Gallen-Bodensee
Wirtschaftlichkeit wird geprüft
Neben den praktischen Erfahrungen interessiert die Projektverantwortlichen auch die wirtschaftliche Seite. Die Unternehmen sollen beurteilen können, ob sich der Einsatz eines E-Cargobikes für ihren Betrieb lohnt.
Dabei spielen unter anderem die zurückgelegten Strecken, die transportierten Materialien und die Einbindung in bestehende Arbeitsabläufe eine Rolle. «Dass E-Cargobikes im Geschäftsalltag funktionieren, ist bereits bewiesen. Jetzt geht es um den nächsten Schritt», sagt Fabienne Lovece, Projektleiterin von «clevermobil».
Das Förderprojekt soll zeigen, welches Potenzial für eine breitere Anwendung besteht und ob sich das Konzept auch ausserhalb der grossen Zentren bewährt.
Erfahrungen aus Wil SG
Im Kanton St. Gallen wurden bereits mehrere vergleichbare Pilotprojekte durchgeführt. In Wil erhielten zehn Organisationen die Möglichkeit, ein E-Cargobike während eines Jahres zu testen.
Acht davon übernahmen ihr Fahrzeug anschliessend. In St. Gallen fanden seit 2020 drei Durchführungen statt. Dort entschieden sich 20 von 32 teilnehmenden Organisationen, ihr E-Cargobike nach dem Probejahr weiter zu nutzen.
Mit dem aktuellen Projekt wird dieser Ansatz nun auf weitere Gemeinden ausgeweitet. Flawil, Rapperswil-Jona, Rorschach und Wittenbach setzen das Projekt gemeinsam mit clevermobil um.
Finanziert wird es durch die beteiligten Gemeinden und Städte, clevermobil sowie den Kanton St. Gallen. Dieser unterstützt das Vorhaben als Pilot- und Demonstrationsprojekt im Rahmen seines Energiekonzepts.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.





