75 Prozent teurer: Unmut in Wil SG wegen Wellness-Preiserhöhung

Wil,
Die neuen Wellnesspreise im Bergholz in Wil SG sorgen für Ärger. Geschäftsführerin Sabin Rickenbach erklärt die Preiserhöhung.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Preise für den Wellnessbereich im Bergholz in Wil SG wurden erhöht.
- Ein Leser echauffiert sich über die Höhe der neuen Preise.
- Die Geschäftsführerin der Wiler Sportanlagen AG, Sabin Rickenbach, erklärt die Preissetzung.
Die neuen Preise im Sportpark Bergholz sorgen bei den Wilerinnen und Wilern für Unmut: «Eine saumässig hohe Preiserhöhung», wendet sich ein Leser an die Redaktion.
Als leidtragend bezeichnet er vor allem die Stammkundschaft – der Einheimischentarif sei bis zu 75 Prozent erhöht worden. Die Preiserhöhung sei den Kunden zwar per Mail angekündigt worden, nicht aber die konkreten Preise.
Erhöhung bis zu 75 Prozent
Tatsächlich sind die Tarife für den Wellnessbereich im Bergholz gegenüber der vorherigen Saison markant gestiegen. Ein Dreimonateabo für Einheimische kostet neu 319 statt 182 Franken, das Winterabo 696 statt 416 Franken und das Jahresabo 928 statt 624 Franken. Die Preisdifferenzen bewegen sich zwischen knapp 50 und 75 Prozent.
Die letzte substanzielle Preisanpassung erfolgte im Frühling 2022. Als Grund für die Preisanpassung nennt die Wiler Sportanlagen AG (WISPAG) in ihrer Mitteilung die steigende Nachfrage, die höheren Betriebs- und Unterhaltskosten sowie die Weiterentwicklung des Angebots.
Die Geschäftsführerin Sabin Rickenbach ergänzt auf Anfrage dieser Zeitung: «Der Wellnessbereich muss sich selbst finanzieren. Anders als beispielsweise der Schwimmbetrieb gehört der Wellnessbereich gemäss der aktuell gültigen Leistungsvereinbarung mit der Stadt Wil und den Partnergemeinden nicht zum gemeinwirtschaftlichen Leistungsangebot.»
Deshalb seien keine Beiträge der öffentlichen Hand vorgesehen. Die anfallenden Kosten für Betrieb, Unterhalt und Weiterentwicklung müssten vollständig über die eigenen Erträge finanziert werden.
Verhältnismässig attraktive Preise
Gemäss Rickenbach betrifft die seit dem 21. September geltende Anpassung sowohl die Tarife für Einheimische als auch jene für auswärtige Gäste. Auch nach der neuen Preisgestaltung bleibe der gemäss Leistungsvereinbarung vorgesehene Preisvorteil für Einheimische von 20 Prozent gegenüber den Tarifen für auswärtige Gäste bestehen.
Die neue Preisbasis, erklärt die Geschäftsführerin der WISPAG, sei unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Nutzungshäufigkeit sowie anhand eines Benchmarks festgelegt worden.
Dazu gehörten vergleichbare Anlagen wie zum Beispiel die Sportanlagen in Wallisellen, das Sportzentrum Zuchwil, das Tägi in Wettingen, das Ägeri-Bad oder die Lintharena in Näfels. «Der Vergleich zeigt, dass der Sportpark Bergholz auch mit den neuen Tarifen weiterhin ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bietet», betont Sabin Rickenbach.
130'000 Investition in Wellness
Durch die Preisanpassungen im Wellnessbereich rechnet die WISPAG mit einem zusätzlichen jährlichen Ertrag von rund 100'000 Franken. Dieser dient laut der Geschäftsführerin der wirtschaftlichen Finanzierung des Wellnessbetriebs und damit insbesondere auch der Deckung der gestiegenen Betriebs- und Unterhaltskosten.

Für das Jahr 2027 sind Investitionen von rund 130'000 Franken in den Wellnessbereich vorgesehen. Davon entfallen rund 110'000 Franken auf die geplante neue Saunakabine. Die Eröffnung sei spätestens zum Start der Wintersaison 2027 geplant, so Sabin Rickenbach.
Die Umsetzung des Projekts erfolge in Abstimmung mit der Stadt Wil als Eigentümerin der Immobilien: Da die WISPAG selbst keine baulichen Massnahmen vornehmen darf, liegt die Projektleitung beim Departement Bau, Umwelt und Verkehr.
Weitere Ideen zur Weiterentwicklung und Aufwertung des Wellnessbereichs würden sich derzeit in Prüfung befinden, so Rickenbach. Konkrete Investitionsentscheide seien allerdings noch nicht getroffen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.








