Thurgauer Sushi-Laden will Büezer Lohn für 220 Stunden verweigern

220 Stunden Arbeit – kein Lohn: Ein Büezer aus Frauenfeld erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Sushi-Lieferbetrieb. Jetzt zieht er mit der Unia vor Gericht.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Unia unterstützt einen ehemaligen Küchenhelfer bei seiner Lohnklage gegen seinen früheren Arbeitgeber, den Sushi-Lieferdienst «Yushu».
- Auch der Sohn des Arbeiters fordert Geld für nicht vergütete Stunden.
- Trotz Konkurses läuft der Betrieb unter einer neuen Gastro-Firma weiter.
Ein 53-jähriger Rumäne kämpft vor Gericht gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Denn er soll für 220 Stunden Arbeit keinen Lohn erhalten haben. Dies berichtet die Zeitung «Work».
Stefan Cazacu arbeitete als Küchenhilfe und Fahrer für einen Sushi-Lieferbetrieb in Frauenfeld (TG), der zur Kette «Yushu» gehört. Für 220 Stunden erhielt er keinen einzigen Rappen. Stattdessen wurde er fristlos entlassen. Mit Unterstützung der Gewerkschaft Unia fordert er nun vor Gericht 5500 Franken.

«Yushu» betreibt schweizweit neun Standorte und wirbt mit einem Team «wie eine grosse Familie». Doch Bewertungen im Netz zeichnen ein anderes Bild: Kunden berichten von rohem Poulet und langen Wartezeiten.
Cazacus Arbeitgeber war ein selbstständiger Betreiber unter dem Namen «Yushu». Geführt wurde der Betrieb von einem 29-jährigen Zürcher, wie «Work» schreibt.
Stunden ungenau erfasst, Löhne bar ausbezahlt
Vom versprochenen Teamgeist spürte Cazacu nichts: «Es war in jeder Hinsicht ein grosses Chaos», sagt er gegenüber der Zeitung. Angestellt würden vor allem ausländische Arbeitskräfte mit wenig Kenntnis ihrer Rechte. Stunden seien ungenau erfasst, Löhne teils bar ausbezahlt worden.
Auch sein Sohn sei betroffen: 131 Arbeitsstunden und bezahlt wurden nur 84. Der Lohnausfall beträgt fast 1000 Franken.
Kurz vor dem Zahltag eskalierte die Situation. Nach einem Streit wurde Cazacu fristlos entlassen – ohne Lohn, dafür mit fehlerhaftem Lohnzettel. «Mein Chef glaubte wohl, dass unsereins sich nicht zu wehren weiss», sagt er.

Sein Versuch, Hilfe zu bekommen, scheiterte zunächst bei Behörden. Erst über das RAV und mit Unterstützung der Unia reichte er Klage ein.
Cazacus Arbeitgeber weist die Vorwürfe teilweise gegenüber «Work» zurück. Für Cazacu fühle er sich nicht mehr zuständig. Und: «Wir gehen eh bald Konkurs.»

Auch bei Franchisegeber «Yushu» selbst kam es zum Konkurs. Gleichzeitig wurde eine neue Betreiberfirma aufgebaut: Geschäftsführer Fabian Stutz sagt, man habe den Standort Frauenfeld wegen Qualitätsproblemen geschlossen.





