Lokalpolitiker soll Unfallbus im Engadin gefahren haben

Etienne Sticher
Etienne Sticher, Vivian Balsiger

Engadin,

Bei einem heftigen Car-Unfall im Bündnerland kamen mehrere Personen ums Leben. Der Unfallhergang ist noch unklar. Hier gibt es alle Neuigkeiten.

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Im Bündnerland ist es zu einem heftigen Unfall gekommen. - keystone

Am Donnerstagabend kam es zwischen Susch GR und Zernez GR zu einem tödlichen Unfall. Ein niederländischer Reisebus kollidierte mit einer Leitplanke und kam von der Fahrbahn ab.

Laut der Polizei starben mehrere Personen, weitere wurden verletzt. Die genauen Zahlen will sie nach der Informierung der Angehörigen mitteilen. Die Bergung des Cars und der Opfer dauerte bis weit in die Nacht.

Im Bus waren Reisende aus den Niederlanden unterwegs. Gemäss dem niederländischen Dachverband der Reisebranche befanden sich 48 Personen an Bord.

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Niederländische Regierung bestürzt über Carunglück

Die Niederländische Regierung hat sich am Freitagvormittag nach dem verheerenden Carunglück im Engadin schockiert gezeigt. «Ein schreckliches Unglück in der Schweiz» schrieb der Premierminister Rob Jetten auf X.

Rob Jetten
Der niederländische Premierminister Rob Jetten. - keystone

Die Gedanken seien bei den Opfern und deren Angehörigen, so Jetten weiter. Er reagierte damit auf einen Post des Aussenministers Tom Berendsen. Dieser schrieb von «schrecklichen Nachrichten» und versprach, zusammen mit der Botschafterin die Opfer vor Ort zu unterstützen.

Beim Unfall eines Niederländischen Reisecars am Donnerstag waren fünf Menschen gestorben und 40 weitere zum Teil schwer verletzt worden.

Lokalpolitiker soll Unfallbus im Engadin gefahren haben

Ein Lokalpolitiker aus der niederländischen Gemeinde Montferland soll am Donnerstagnachmittag den Reisebus gesteuert haben, der im Engadin verunglückte.

Das berichtet die niederländische Regionalzeitung «De Gelderlander». Der Mann arbeitet hauptberuflich als Buschauffeur und ist europaweit unterwegs.

Nach Angaben von Frank Radstake, Chef des niederländischen Verbands der Reiseunternehmen, wurde der Chauffeur beim Unfall verletzt, musste jedoch nicht ins Spital gebracht werden.

Regierung will Schweigeminute abhalten

Die Bündner Regierung hat sich zum Carunglück im Engadin geäussert und den Betroffenen ihr Mitgefühl ausgesprochen. Für Freitagnachmittag ist eine Schweigeminute geplant, zusammen mit Bundesrat Ignazio Cassis.

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Bundesrat Ignazio Cassis. - keystone

Das Gedenken findet im Rahmen eines Treffens mit Bundesrat Cassis in Soglio GR statt. Die Bündner Regierung zeigte sich in einer Mitteilung tief betroffen von dem Unglück, das sich am Donnerstagabend ereignete und fünf Todesopfer forderte.

Ihre Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. Den Verletzten wünschte die Regierung eine rasche Genesung. Zudem dankte sie allen Einsatzkräften und Helfenden.

Polizei meldet 5 Tote und 40 Verletzte

Der niederländische Reisecar fuhr um 16.45 Uhr von Zernez in Richtung Susch. Bei der Örtlichkeit Less kam er im Baustellenbereich von der Strasse ab und kippte um. Von den 45 erwachsenen Personen, die sich im Reisecar befanden, starben fünf, wie die Kantonspolizei Graubünden in einer Medienmitteilung schreibt.

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Fünf Personen kamen bei dem Car-Unfall ums Leben, 40 wurden verletzt. - Kapo Graubünden

Drei Personen wurden schwer, sieben mittelschwer und 30 leicht verletzt. Sie wurden alle von insgesamt sieben Rettungshelikoptern der Rega, der Alpine Air Ambulance und Heli Austria sowie von 13 Ambulanzteams in verschiedene Spitäler überführt. Die Identifikation der Verstorbenen steht noch aus.

Bei den Rettungsarbeiten im Einsatz standen das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG, die Feuerwehren Zernez und Scuol, die Strassenrettung Plaiv, das Careteam Grischun, Mitarbeitende der Rechtsmedizin sowie des Tiefbauamtes Graubünden, ein Bestattungsinstitut, ein Abschleppdienst, die Staatsanwaltschaft und mehrere Patrouillen und Spezialisten der Kantonspolizei Graubünden.

Die Gemeinde Zernez organisierte eine Sammelstelle für Beteiligte und organisierte Verpflegung. Vor Ort waren auch Mitglieder des Samaritervereins.

Die Staatsanwaltschaft Graubünden klärt gemeinsam mit der Kantonspolizei die Umstände ab, die zum Unfall des Reisecars geführt haben.

Reiseverband: Wohl Gesteinsbrocken auf Fahrbahn

Die Polizei hat sich bislang noch nicht zum Unfallhergang geäussert. Dafür stellt Frank Radstake vom Reiseverband ANVR eine Vermutung auf: «Der Car musste ausweichen, möglicherweise wegen eines Felsbrockens auf der Strasse.»

Gegenüber «RTL Nieuws» erzählt er, dass der Reiseveranstalter Oad mit dem Chauffeur Kontakt aufgenommen habe. Dieser wurde nicht oder zumindest nicht schwer verletzt.

Parmelin zeigt sich bestürzt

Bundespräsident Guy Parmelin hat sich bestürzt über den schweren Carunfall in Graubünden gezeigt. «Ich bin zutiefst schockiert und bestürzt über den heutigen tragischen Unfall mit einem niederländischen Reisebus in Graubünden», schrieb er auf der Plattform X.

Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. Den Familien der Verstorbenen sprach er sein Beileid aus.

Parmelin dankte zudem den zahlreichen Rettungskräften für ihren Einsatz. Die zuständigen Schweizer Behörden würden dafür sorgen, dass eine umfassende und gründliche Untersuchung durchgeführt werde, um alle Umstände des Unfalls aufzuklären.

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