Graubünden

    Bistum Chur stellt Untersuchung nach Vorwürfen gegen Priester ein

    Keystone-SDA
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    Chur,

    Das Bistum Chur stellt die kirchliche Untersuchung gegen einen Priester ein, dem sexuelle Nötigung und versuchte Vergewaltigung vorgeworfen worden waren. Auch die Staatsanwaltschaft Graubünden hatte das Strafverfahren gegen den Priester eingestellt. Die Verfügung ist inzwischen rechtskräftig, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte.

    Bistum Chur
    Das Bistum Chur. - chur.graubuenden.ch

    Der Fall geht auf das Jahr 2012 zurück. Der Pfarrer soll einen damals 28-Jährigen in einem deutschen Hotel zu vergewaltigen versucht haben. Später soll es zu einem weiteren Versuch in der Schweiz gekommen sein. So schilderte es das mutmassliche Opfer im Jahr 2023 dem «SonntagsBlick» und erstattete zugleich Anzeige bei der Bündner Staatsanwaltschaft und dem Bistum Chur.

    Beide Stellen eröffneten eine Straf- beziehungsweise eine Voruntersuchung. Um die staatlichen Ermittlungen nicht zu behindern, unternahm das Bistum zunächst keine weiteren Untersuchungsschritte. Es verfügte hingegen «Vorsichtsmassnahmen» gegen den Priester, dessen Wirkungsbereich so eingeschränkt wurde.

    Die Staatsanwaltschaft erliess am 11. Mai 2026 eine Einstellungsverfügung. Diese ist inzwischen rechtskräftig. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft waren einzelne Vorwürfe verjährt, während bei anderen die gesetzlichen Tatbestände nicht erfüllt waren. Auch der Verdacht auf sexuelle Nötigung und versuchte Vergewaltigung hatte sich demnach nicht erhärtet.

    Das Bistum begründet die Einstellung der kanonischen Voruntersuchung nun unter anderem mit der aus seiner Sicht dürftigen Beweislage. Diese stütze sich massgeblich auf dieselben Beweismittel wie das staatliche Verfahren. Zudem seien die Vorwürfe nach kirchenrechtlichen Bestimmungen verjährt.

    Zwar besteht laut Bistum die Möglichkeit, beim Apostolischen Stuhl eine Aufhebung der kirchenrechtlichen Verjährung zu beantragen. Ein solcher Schritt sei in diesem Fall jedoch nicht verhältnismässig, so das Bistum weiter.

    Auch die «Vorsichtsmassnahmen» gegen den Priester würden nun aufgehoben. Er werde sich aber nun eine Auszeit nehmen, teilte das Bistum weiter mit. Der Bischof des Churer Bistums, Joseph Maria Bonnemain, stehe mit ihm im Gespräch, um dessen zukünftiges Wirken zu regeln.

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