Weniger Delikte aber mehr Gewalt im Kanton Glarus registriert

Im Kanton Glarus sind 2025 die polizeilich registrierten Straftaten gemäss Strafgesetzbuch gesunken. Hingegen nahmen insbesondere die schweren Gewaltverbrechen und die Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz zu. Auch die häusliche Gewalt nahm zu. Dies geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik 2025 hervor.

Die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten nach Strafgesetzbuch (StGB) sei im Kanton Glarus von 1620 im Vorjahr auf 1446 zurückgegangen, was einem Minus von 11 Prozent entspreche, teilte die Kantonspolizei Glarus am Montag mit. Auch die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz nahmen um einen Drittel ab.
Entgegen dem allgemeinen Trend nahmen die Straftaten gegen Leib und Leben um 27 Prozent auf 126 Delikte zu. Die gesamte Zahl der registrierten Gewaltstraftaten stieg um 30 Prozent auf 176. Besonders markant war der Anstieg bei der schweren Gewalt, die sich von 4 auf 11 Fälle mehr als verdoppelte. Auch die Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte nahm um 88 Prozent zu. Ebenfalls häufiger kam es zu häuslicher Gewalt. Die Polizei registrierte hier 76 Fälle, was einem Anstieg von 13 Prozent entspricht.
Unter den schweren Gewaltdelikten waren auch drei versuchte, jedoch nicht vollendete Tötungsdelikte und drei Fälle von schwerer Körperverletzung. Im Vorjahr verzeichneten die Glarner Behörden in diesem Bereich keine Delikte.
Die Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) verdoppelten sich im Berichtsjahr von 61 auf 122. Die Zunahmen betrafen alle drei Glarner Gemeinden, fielen aber in Glarus (+169 Prozent) und Glarus Nord (+115 Prozent) besonders stark aus.
Einen deutlichen Rückgang verzeichnete die Statistik bei den Vermögensdelikten. Die Zahl sank um 14 Prozent auf 894 Fälle. Insbesondere die Einbruchdiebstähle gingen um 42 Prozent auf 64 Fälle zurück. Auch Diebstähle ohne Fahrzeuge nahmen um 27 Prozent ab. Im Gegensatz dazu erhöhte sich die Zahl der Fahrzeugdiebstähle um 38 Prozent auf 260. Raubdelikte wurden im Jahr 2025 keine registriert, nach deren vier im Vorjahr.
Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Integrität sank leicht um 8 Prozent auf 37 Fälle. Während die registrierten Vergewaltigungen von vier auf fünf zunahmen, gingen die Pornografie-Delikte um einen Drittel auf 14 Fälle zurück.
Einen Fall von sexueller Handlung mit Kindern gab es 2025. Im Vorjahr waren es drei Delikte gewesen.
Die digitale Kriminalität nahm insgesamt leicht um 9 Prozent auf 158 Straftaten ab. Innerhalb dieser Kategorie gab es jedoch massive Verschiebungen.
So stieg die Zahl der Phishing-Fälle von einem auf 13. Die Fälle von Identitätsmissbrauch nahmen um 250 Prozent zu und der betrügerische Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage stieg um 218 Prozent.






