Kanton Graubünden: Weniger Hirsche erlegt – Sonderjagd in 21 Regionen

Chur,
Im Kanton Graubünden fielen bei der Hochjagd 2026 wegen der warmen Temperaturen weniger Hirsche. Im November und Dezember folgt in 21 Regionen die Sonderjagd.

Die Bündner Hochjagd 2026 war geprägt von aussergewöhnlich warmen Temperaturen und überwiegend schönem Wetter. Dies widerspiegelte sich insbesondere in einer tieferen Hirschstrecke als in den Vorjahren. Während bei den Gämsen eine gute Strecke erzielt werden konnte, wurden rund 160 Rehe weniger als im Vorjahr erlegt.
Um die regionalen Abschusspläne beim Hirsch und Reh zu erfüllen, findet im November und Dezember in 21 Regionen eine Sonderjagd statt.
Die Jagdbedingungen 2026 waren für die Gämsjagd günstig, während die warmen Temperaturen die Bejagung des Rothirschs erschwerten. Mit 2903 erlegten Hirschen fiel die Strecke tiefer aus als im Vorjahr. Der Rückgang ist insbesondere auf die geringere Anzahl erlegter männlicher Tiere zurückzuführen; bei den weiblichen Hirschen lag die Strecke nur leicht unter dem Vorjahreswert.
Die Rehstrecke erreichte mit 2339 Tieren das langjährige Mittel. Bei den Gämsen konnte mit 3053 erlegten Tieren eine gute Strecke erzielt werden. In der Mesolcina wurden zudem 22 Wildschweine erlegt.
Die Sonderjagd ist wichtig
«Die Jagd im November und Dezember ist wichtig, um die Abschusspläne bei den weiblichen Tieren zu erfüllen und die Zahl der Hirsche und Rehe an den Winterlebensraum anzupassen», sagt Lukas Walser, Abteilungsleiter Wild und Jagd, beim Amt für Jagd und Fischerei. Dies ist für den langfristigen Erhalt gesunder und gut strukturierter Schutzwälder mitentscheidend. Um die Abschusspläne und den jagdlichen Auftrag zu erfüllen, werden für die Sonderjagd 2026 1637 weibliche Hirsche und deren Kälber, 241 Rehe und beschränkt auf vier Wald-Wild-Problemgebiete 12 Gämsen freigegeben.
Der Sonderjagdplan 2026 fällt beim Hirsch leicht tiefer aus als im Vorjahr. Auch beim Reh ist der Sonderjagdplan mit 241 Geissen und Kitzen tiefer als im Vorjahr. Aufgrund steigender Bestände und zunehmender Schäden in der Landwirtschaft werden Wildschweine wie in den Vorjahren unbegrenzt freigegeben.
Anspruchsvolle Arbeit steht bevor
Die Sonderjagd im November und Dezember stellt hohe Anforderungen an die Jägerinnen und Jäger. In zahlreichen Regionen leisten sie einen grossen Einsatz, um die im Rahmen der Regierungsstrategie «Lebensraum Wald-Wild 2021» definierten Ziele zur Bestandsentwicklung weiterzuverfolgen. Angesichts der vielerorts bereits rückläufigen Wildbestände wird diese Aufgabe zunehmend anspruchsvoller.
Die Regulierung der Wildbestände gilt es mit grossem Respekt vor Wild und Natur zu erfüllen. Die Jägerschaft ist dabei auf die Unterstützung aller Beteiligten angewiesen – insbesondere auch der Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer.






