Flexible Lösungen: Neue Klassenzimmer fernab des Schulhauses

Steigende Schülerzahlen führen in Herisau zu neuen Lösungen: Ehemalige Postgebäude, Wohnungen und Nebenräume werden für den Unterricht umgenutzt.

Steigende Schülerzahlen da und dort, höherer Bedarf an Unterrichtsräumen für den allgemeinen Unterricht und die spezielle Förderung: In den vergangenen Monaten sind deshalb in mehreren Schuleinheiten Räumlichkeiten umgebaut und für schulische Zwecke neu eingerichtet worden, berichtet die Gemeinde Herisau.
Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der 1./2. Klasse ist konzentriert an der Arbeit. Einige Kinder sitzen, andere stehen: «Fingerhäkeln» ist angesagt. Die Lehrerin erinnert an das korrekte Vorgehen. Nebenan ist die 5./6. Klasse ins Lesen vertieft.
Schulzimmer im Postgebäude Schachen
Eigentlich nichts Besonderes. Aber: Die Klassen befinden sich im ehemaligen Postgebäude Schachen im Westen Herisaus. «Der Bedarf an Schulraum war deutlich ausgewiesen», sagt Schulleiter Michael Werner.
Es habe sich für die Gemeinde die Möglichkeit ergeben, die ehemalige Post neben dem Schulhaus Moos vor anderthalb Jahren zu erwerben. Die Räume im Erd- und Obergeschoss wurden für schulische Zwecke angepasst, die Böden freigelegt und Zimmer verbunden.
Die Bibliothek ist nun im Gebäude eingerichtet, Gruppen- und Arbeitsräume stehen zur Verfügung. Das Textile Gestalten des Schulhauses Moos findet ebenfalls dort statt.
Hertler-Haus und Hauswartwohnung
Auch in der Schuleinheit Landhaus sind Räumlichkeiten für schulische Zwecke umgestaltet worden. So hat die Gemeinde das 1900 erbaute Hertler-Haus vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen verschoben (Rosenau 7). Im Herbst 2024 bewilligte der Gemeinderat einen Kredit für bauliche Massnahmen und die Fassadenerneuerung.
Im ersten Stock ist weiterhin die Spielgruppe Jupidu untergebracht. In der Waschküche (Parterre) zum Beispiel wurden Decken, Böden und Wände saniert – daraus wurde ein Gruppenraum, der für die Schulische Heilpädagogik oder andere Unterrichtsstunden zur Verfügung steht.
Auch die Dreieinhalbzimmerwohnung im zweiten Stock wurde sanft saniert, Türen wurden verbreitert. «Diese Räume dienen nun als Schulinsel, die für die Förderstunden mit Lehrmitteln und Möbeln eingerichtet wurden», sagt Michael Werner.
Unterricht in der früheren Hauswartwohnung
Zudem kann die Schule seit dem Sommer 2025 im benachbarten Schulhaus Landhaus Ost die ehemalige Wohnung des Hauswarts im ersten Stock nutzen. Die Schulische Sozialarbeit belegt ein Zimmer, in den anderen Räumen wird punktuell unterrichtet.
«Ausser einer provisorischen Beleuchtung ist die Wohnung noch unverändert.» Die Schulleitung erarbeite ein Raumnutzungskonzept für das Landhaus, erklärt Michael Werner. Geklärt werden dabei Fragen wie jene zur Entwicklung der Schülerzahlen und zum Bedarf.
«Die Küche ist immer noch die Küche»
Auch in der Müli dient die ehemalige Hauswartwohnung neu dem Schulunterricht. Zum Beispiel wurden die Böden erneuert und die Wände gestrichen. «Es musste nicht viel verändert werden», sagt Yvonne Strässle, die Schulische Heilpädagogin.
«Die Küche ist immer noch die Küche und wird von Klassen genutzt.» Im Eingangsbereich befindet sich neu eine Garderobe mit Sitzbänken. Im Frühling 2025 habe man vorübergehend Festbänke in die Räumlichkeiten gestellt.
Seit dem Sommer sind die Räume der einstigen Wohnung nun mit passendem Mobiliar als Müli-Insel in Betrieb: für Förderstunden, Deutsch als Zweitsprache und Schulische Sozialarbeit. Ein Zimmer ist mit Material speziell für den Kindergarten ausgerüstet.
Kindergartenpavillons neu genutzt
Der Neubau des Müli-Doppelkindergartens hat eine weitere Umnutzung möglich gemacht: Die alten Kindergartenpavillions auf dem Schulareal dienen zur Kinderbetreuung
«Von Montag bis Freitag haben Kinder aus den umliegenden Schuleinheiten die Möglichkeit, dorthin zum Mittagstisch und in die Randzeitenbetreuung zu kommen», erklärt Schulleiterin Silvia Diem. Das Essen wird im separaten zweiten Pavillon neben dem Schulgebäude eingenommen.






