Einigung: Neuer Wassertarif sorgt für finanzielle Stabilität

Der Gemeinderat Aadorf passt Grund- und Verbrauchsgebühr an, um die Verschuldung zu begrenzen und künftige Investitionen in die Wasserversorgung zu sichern.

Am 7. Januar 2026 begrüsste der Gemeinderat die Vertreter der Aadorfer Ortsparteien und Mitglieder des Referendumkomitees, teilt die Gemeinde Aadorf mit. Nach rund dreistündiger Diskussion einigten sich die Anwesenden auf eine neue Grund- und Mengengebühr im Bereich Wasser.
Dieser Vorschlag wird nun in der EW-Betriebskommission und anschliessend im Gemeinderat besprochen. Letztlich wird ein Antrag zuhanden der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 29. April 2026 formuliert.
Grundlagen und Ziele der Wassertarif-Anpassung
Zu Beginn des Abends legten die Vertreter des Gemeinderats und der Betriebskommission EW den Anwesenden die Grundlagen und Überlegungen für die Berechnung des festgesetzten Wassertarifs dar.
Ziel des Gemeinderats war es, die Verschuldung des EW Aadorf möglichst tief zu halten und bis zum Jahr 2030 einen Teil des Fremdkapitals zu amortisieren. Deshalb wurde der Wassertarif entsprechend hoch angesetzt.
In der darauffolgenden Diskussion waren sich die Anwesenden einig, dass die Verschuldung des EW nicht weiter steigen soll und der Wassertarif gleichzeitig sozialverträglich sein muss.
Zukunftssichere Wasserversorgung
Das EW Aadorf wird auch in den kommenden Jahren einige Projekte umsetzen, wie im Generellen Wasserversorgungsprojekt (GWP) vorgesehen. Die jährlichen Investitionen belaufen sich durchschnittlich auf rund 1,0 bis 1,5 Millionen Franken, werden nach Prioritätsstufe umgesetzt und mit der Planung der Politischen Gemeinde abgeglichen.
Ein Investitionsstopp hätte negative Auswirkungen auf die Gesamtversorgung und ist deshalb kein Thema. Projekte können nicht gestrichen, sondern allenfalls verschoben werden.
Um die Auswirkungen des Wassertarifs auf die Verschuldung des EW zu ermitteln, wurde ein Berechnungstool eingesetzt, in dem sämtliche relevanten Zahlen hinterlegt sind. Im Verlauf des Abends wurden verschiedene Vorschläge aus der Runde geprüft und simuliert.
Finanzen im Blick behalten
Dabei zeigte sich, dass das zuvor gemeinsam festgelegte Ziel, den Schuldenberg nicht höher werden zu lassen, nur mit einer erheblichen Erhöhung erreicht werden kann. Um eine sozial-gesellschaftlich verträgliche Lösung zu finden, war ein Kurswechsel notwendig.
Letztlich einigten sich die Anwesenden auf einen Verbrauchspreis von 1,80 Franken pro Kubikmeter (bisher1,20 Franken pro Kubikmeter) und eine Grundgebühr von 300 Franken pro Jahr (bisher 260 Franken pro Jahr ).
Diese Anpassung des Wassertarifs kann den Schuldenanstieg zwar abschwächen, eine nachhaltige Stabilisierung der Finanzen bleibt jedoch aus. Sollte sich bis zum Jahr 2030 zeigen, dass sich die Verschuldung – wie heute prognostiziert – weiter erhöht hat, wäre eine erneute Diskussion über eine Anpassung des Wassertarifs erforderlich.






