St. Gallen

Spitex lanciert eigenes Angebot für Angehörigenpflege

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Stadt St. Gallen,

Die Spitex St.Gallen AG reagiert im Juni 2026 auf steigende Kosten: Mit einem neuen Modell können sich pflegende Angehörige direkt bei ihr anstellen lassen.

Spitex
Eine Spitex-Mitarbeiterin kümmert sich um ihre Patientin. (Symbolbild) - keystone

Wie die St.Gallen informiert, hat die Spitex St.Gallen AG im ersten Quartal 2026 ein eigenes Angebot für die Angehörigen-pflege eingeführt. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt sowie dem spezialisierten Partner Ancura wurde ein Modell entwickelt, das es Angehörigen ermöglicht, sich direkt bei der öffentlichen Spitex anstellen zu lassen. Damit reagieren die Stadt St.Gallen und die Spitex auf die zunehmenden Herausforderungen im Bereich der Angehörigenpflege.

In den vergangenen Monaten stand die Angehörigenpflege verstärkt im Fokus der öffentlichen Diskussion. Hintergrund ist ein Bundesgerichtsentscheid, der vor einigen Jahren die Vergütung von Pflegeleistungen in der Grundversorgung auch dann ermöglichte, wenn diese durch Angehörige und nicht durch Fachpersonen einer Pflegeorganisation erbracht werden. Seither ist ein stark wachsender Markt entstanden, auf dem zahlreiche neue private Spitex-Organisationen tätig sind.

Die dynamische Entwicklung hat erhebliche finanzielle Auswirkungen auf Krankenversicherungen und Gemeinden. In der Stadt St.Gallen haben sich die entsprechenden Kosten im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfacht. Dies stellt die öffentliche Hand zunehmend vor grosse finanzielle Herausforderungen. Bisherige regulatorische Massnahmen konnten diese Entwicklung nur begrenzt beeinflussen.

Angehörige werden professionell begleitet

Vor diesem Hintergrund hat die Spitex St.Gallen AG gemeinsam mit der Stadt ein Angebot entwickelt, das eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Angehörigenpflege sicherstellt. Dank bestehender Infrastruktur, etablierter Betriebsprozesse und bereits vorhandener personeller Ressourcen kann die Spitex St.Gallen AG diese Leistungen zu bedeutend tieferen Restkosten anbieten private Spitex-Organisationen.

Die Spitex St.Gallen AG arbeitet dabei mit dem Partner Ancura zusammen, der schweizweit bereits Kooperationen mit über 20 öffentlichen Spitex-Organisationen aufgebaut hat. Ancura übernimmt die Betreuung der Angehörigen in personalrechtlichen Belangen.

Die fachliche Führung, das Weisungsrecht sowie die Verantwortung für die Pflegequalität liegen hingegen bei der Spitex St.Gallen AG. Darüber hinaus stellt die Spitex die pflegerische Versorgung an jenen Tagen sicher, an denen Angehörige nicht im Einsatz sind, sowie bei krankheits- oder ferienbedingten Abwesenheiten. Die Angehörigen werden durch die Spitex gezielt geschult und bei ihrer Tätigkeit fachlich begleitet und unterstützt.

Pflegequalität statt Gewinnmaximierung

Mit der Lancierung des neuen Angebots stärkt die Spitex St.Gallen AG ihre Rolle als zentrale Anbieterin der ambulanten Gesundheitsversorgung in der Stadt. Gleichzeitig wird eine langfristig tragfähige und qualitativ gesicherte Lösung für die Angehörigenpflege geschaffen, die den Bedürfnissen der Bevölkerung ebenso Rechnung trägt wie den Anforderungen an ein nachhaltiges Gesundheitssystem.

Die Stadt St.Gallen begrüsst das neue Angebot ausdrücklich. Als Mehrheitseignerin ist die Stadt einerseits bestrebt, dass sich die Spitex St.Gallen AG konsequent weiterentwickelt, um die Bedürfnisse der Bevölkerung abzudecken und ihr Know-how in den Dienst der Allgemeinheit stellt.

Andererseits ist die Stadt als Restfinanziererin an einem fairen Modell bei der Angehörigenpflege interessiert, bei welchem nicht die Gewinnoptimierung des Unternehmens im Vordergrund steht, sondern die fachkundige Begleitung, die korrekte Entlöhnung der pflegenden Angehörigen sowie die finanzielle Tragbarkeit für das Gemeinwesen.

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