St. Gallen: Demenz-Kongress fragt nach lückenloser Betreuung

Am Mittwoch, 11. November 2026, findet auf dem Olma-Gelände in St. Gallen der 12. St. Galler Demenz-Kongress statt. Thema ist die vernetzte Versorgung.

Wie gelingt eine Betreuung, die Menschen mit Demenz über Institutionen und Berufsgruppen hinweg verlässlich begleitet? Dieser Frage widmet sich der 12. St. Galler Demenz-Kongress am Mittwoch, 11. November 2026, auf dem Gelände der Olma-Messen St. Gallen. Unter dem Titel «Dementia Care vernetzt gestalten – (Wie) kann es gelingen?» diskutieren Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis, wie Übergänge verbessert, Zuständigkeiten abgestimmt und tragfähige Versorgungsnetze aufgebaut werden können.
Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sind im Alltag häufig auf verschiedene Unterstützungs- und Versorgungsangebote angewiesen. Ambulante Dienste, Spitäler, Pflegeinstitutionen, spezialisierte Angebote und lokale Netzwerke begleiten sie in unterschiedlichen Phasen. Damit an den Übergängen keine Lücken entstehen, braucht es verlässliche Absprachen, geklärte Rollen und eine Zusammenarbeit, die sich konsequent an den betroffenen Menschen orientiert.
«Gute Dementia Care entsteht nicht in einzelnen Institutionen, sondern im Zusammenspiel vieler Beteiligter. Am Kongress wollen wir zeigen, wie solche Verbindungen konkret aufgebaut und im Alltag wirksam werden können», sagt Prof. Dr. Steffen Heinrich, Co-Leiter des Kompetenzzentrums Demenz der OST – Ostschweizer Fachhochschule und programmatischer Leiter des Kongresses..
Praxisprojekt, Ethik und Organisationslogiken
Der von Mona Vetsch moderierte Kongress beginnt mit Gedanken von Anke Lehmann zum Spannungsfeld zwischen Anteilnahme, Fachwissen und Ökonomie. In der ersten Keynote beleuchtet Sebastian Ritzi die ethischen Grundlagen der pflegerischen Begleitung in unterschiedlichen Sorgekontexten. Bernhard Holle zeigt anschliessend, weshalb Netzwerk nicht gleich Netzwerk ist und welche Organisationslogiken die regionale Versorgung prägen.
Cristina De Biasio Marinello und Linda Premerlani stellen am Beispiel des Projekts PortoFaro dar, wie Angebote für Menschen mit Demenz in jüngeren Jahren gemeinsam mit Betroffenen und Angehörigen gestaltet werden können.
Fachsessions zur Vertiefung
Am Nachmittag wählen die Teilnehmenden zwischen drei Fachsessions und einer Podiumsdiskussion. Die Session «Brücken bauen zwischen den Versorgungssettings» nimmt komplexe Verläufe, die Zusammenarbeit mit der Spitex sowie die Versorgung von Menschen mit Demenz und Migrationshintergrund in den Blick. Beiträge von Giuliana Crippa, Angela Schnelli und Sanja Ilic liefern dazu Erfahrungen und Lösungsansätze aus der Praxis; Anita Schwarz moderiert die Diskussion.
Wie Zusammenarbeit in spezialisierten Demenz-Settings gelingt, steht im Zentrum der zweiten Session. So sprechen beispielsweise Tobias Münzenhofer und Markus Baumgartner über wirksame Teamarbeit, das Pflegeheim als Lebensort sowie Herausforderungen und Erfolgsfaktoren in einem Demenzzentrum. Die Diskussion leitet Laura Adlbrecht.
Die dritte Session richtet den Blick auf demenzfreundliche Communities. Anja Bieber zeigt, wie Wissenstransfer Demenznetzwerke stärken kann. Martina Hersperger stellt Praxisbeispiele zur sozialen Teilhabe vor und Rouven Brenner verbindet Dementia Care mit Palliative Care. Moderiert wird die Diskussion von Alexa von Bosse.
Parallel dazu fragt das Podium «Dementia Care ohne Brüche – Was können wir morgen ändern?». Unter der Leitung von Mona Vetsch diskutieren Martin Mühlegg, Regula Birnstiel, Anke Lehmann, Christina Ahrens Brändle, Andrea Haid, Birgit Schwenk und Erika Hunziker über konkrete Verbesserungen entlang der Versorgungskette.
«Wir möchten unterschiedliche Gesundheitsprofessionen, Versorgungsbereiche und Perspektiven miteinander ins Gespräch bringen. Entscheidend ist, dass aus dem Austausch Ideen entstehen, die sich in den Berufsalltag übertragen lassen», sagt Steffen Heinrich, Co-Leiter des Kompetenzzentrums Demenz.
Der Schweizer Demenz-Podcast
Den Abschluss bildet eine Live-Ausgabe von «Chopfsach – der Schweizer Demenz-Podcast». Die Demenzexpertin Judith Kronbach und Moderator Alex Blunschi sprechen darüber, wie Fachpersonen und Angehörige ein starkes Netz knüpfen können.
Neben Keynotes, Referaten und Diskussionen bietet der Kongress Raum für Begegnungen, Erfahrungsaustausch und die begleitende Fachausstellung.
Der 12. St. Galler Demenz-Kongress findet am Mittwoch, 11. November 2026, von 9 bis 16.10 Uhr auf dem Gelände der Olma Messen St. Gallen statt. Das vollständige Programm und die Anmeldung sind unter demenzkongress.ch verfügbar.







