Jahresrechnung 2025 schliesst mit 4,869 Millionen Franken Gewinn

Die Jahresrechnung der politischen Gemeinde Widnau schliesst mit einem Gewinn von 4,869 Millionen Franken ab. Das Budget 2026 rechnet mit einem Defizit.

Die Jahresrechnung 2025 der politischen Gemeinde Widnau schliesst auf der ersten Stufe der Erfolgsrechnung mit einem Ertragsüberschuss von 3'437'518,13 Franken ab. Budgetiert war ein Defizit von 3'259’100 Franken.
Die Besserstellung von 6'696'618,13 Franken gegenüber dem Budget stammt im Wesentlichen aus der Kontogruppe Finanzen und Steuern (5,012 Millionen Franken), aber auch alle anderen Gliederungen – mit Ausnahme der Gesundheit und dem Verkehr – haben besser abgeschlossen.
In der Kontogruppe Finanzen und Steuern liegt der Nettoertrag 5,012 Millionen Franken über dem Budget. Er stammt zu 3,617 Millionen Franken aus Mehreinnahmen bei den Steuern und rund 1,4 Millionen Franken aus nicht cash-flow wirksamen Aufwertungsgewinnen bei Finanzliegenschaften.
Stärkste Abweichung in der Kontogruppe «Kultur, Sport und Freizeit»
Die Kontogruppe «Kultur, Sport und Freizeit» weicht mit einem Minderaufwand von 468'789,66 Franken am stärksten vom Budget ab.
Der Gemeinderat beantragt, aus dem nach den gesetzlich vorgegebenen Reserveveränderungen innerhalb der zweiten Stufe der Erfolgsrechnung verbleibende Ertragsüberschuss der Jahresrechnung 2025 von 4'869'402,88 Franken einerseits 1,5 Millionen Franken der Vorfinanzierung Mitteltrakt Kunsteishalle und die verbleibenden rund 3,3 Millionen Franken der Ausgleichsreserve für künftige Defizite zuzuweisen.
Abschlüsse der unselbstständigen Gemeindeunternehmen
Die Jahresrechnung der Elektrizitätsversorgung (EVW) schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 1'293'573,11 Franken ab. Im 2025 wurde ein Aufwandüberschuss resp. Bezug aus der Überdeckungsreserve von 1'862’100 Franken budgetiert.
Der Aufwandüberschuss wird gemäss eidgenössischem Stromversorgungsgesetz der Überdeckungsreserve der EVW belastet, die per Ende 2025 eine Überdeckung von 1'023'142,13 Franken ausweist und innert drei Jahren zu reduzieren ist.
Bei der Rechnung des Kommunikationsnetzes (Kabelnetz) wurde ein Ertragsüberschuss von 1'490'514,81 Franken erzielt (Budget: 1'071’000 Franken). Der Ertragsüberschuss wird in die Baureserve eingelegt.
Die Jahresrechnung der Wasserversorgung (WVW) schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 1'589'166,48 Franken. Für 2025 wurde ein Ertragsüberschuss von 1'272'300 Franken budgetiert. Der Ertragsüberschuss wird ins Eigenkapital der Wasserversorgung eingelegt.
Defizit Zehntfeld gut eine halbe Million höher als budgetiert
Die Jahresrechnung des Zentrums Zehntfeld schliesst mit einem Defizit von 975'354,73 ab. Für 2025 war ein Bezug aus der Reserve für den Betrieb und Bau des Zentrums Zehntfeld von 393’200 Franken budgetiert. Der Aufwandüberschuss wird aus der für Betriebsdefizite verfügbaren Reserve bezogen, die Ende 2025 einen Bestand von 13'833,92 Franken ausweist.
Das Defizit 2025 des Zehntfelds ist rund 582’000 Franken höher als budgetiert. Die angestrebte Vollbelegung mit Hausgästen mit mittlerer bis hoher Pflegebedürftigkeit, auf die das Zehntfeld gemäss Pflege- und Betriebskonzept ausgerichtet ist, konnte noch nicht erreicht werden.
Die durchschnittliche Pflegebedürftigkeit der Hausgäste im Vergleich zum Vorjahr konnte gesteigert werden, ist allerdings noch leicht unter dem Betriebskonzept. Die im dritten Quartal 2025 erreichte Auslastung von über 90 Prozent ging im vierten Quartal wieder zurück.
Das Budget 2026 sieht eine Vollbelegung ab Sommer 2026 vor. Die Spitex schliesst mit einem Defizit von 387'207,14 ab Franken (Budget: Defizit von 393’000 Franken), das durch den Gemeindehaushalt gedeckt wird.
Budget 2026 sieht tiefen Steuerfuss von 76 Prozent vor
Das Budget 2026 rechnet bei einem Gesamtaufwand von rund 56,14 Millionen Franken bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 76 Prozent sowie einer Grundsteuer von 0,8 Promille mit einem Defizit von 0,972 Millionen Franken.
Dieses soll mit einem Reservebezug (Stand 16,4 Millionen Franken, wovon 2,5 Millionen Franken cash-flow basiert) gedeckt werden.
Finanzpolitischer Ausblick
Der Finanzplan 2026 bis 2029 basiert auf dem Rechnungsabschluss 2025 sowie dem Budget 2026.
In diesem Zeithorizont bis 2029 sind mit keinen grösseren abschreibungsrelevanten Investitionen zu rechnen, die den Allgemeinen Gemeindehaushalt mit Fremdzinsen beziehungsweise Abschreibungen belasten.
Dennoch sieht der Finanzplan einen moderaten Abbau der Ausgleichsreserve vor.
Aus heutiger Sicht kann der Steuerfuss von 76 Prozent über den Finanzplanhorizont gehalten werden. Sobald für Investitionen Fremdkapital aufgenommen werden muss und zusätzlich jährliche Abschreibungen anfallen, wird mit Auswirkungen auf den Steuerfuss zu rechnen sein.





