Kita-Betreuungsstunden in Graubünden trotz Kritik stabil geblieben

Chur,
Der Kanton Graubünden hat gegenüber Keystone-SDA rund ein Jahr nach dem Systemwechsel bei den Kita-Tarifen eine erste Bilanz mit belastbaren Zahlen gezogen. Diese zeigen: Die Betreuungsstunden sind praktisch gleich hoch geblieben.

Der Kanton hatte per August 2025 das System geändert, wie die familienergänzende Kinderbetreuung subventioniert wird. Die wichtigste Änderung: Die Subventionen fliessen nicht mehr an die Kindertagesstätten (Kitas), sondern direkt zu den Eltern. Wie viel Vergünstigungen sie erhalten, hängt vom Einkommen ab.
Der Kanton erhöhte mit der Gesetzesrevision auch die Beiträge deutlich – von 9,1 Millionen Franken 2023 auf 13,2 Millionen Franken im 2025. Vor allem Eltern mit geringen finanziellen Möglichkeiten sollten entlastet werden. Ziel war es auch, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Doch gerade Doppelverdiener – und damit das Modell, welches der Kanton fördern wollte – bezahlten plötzlich teilweise deutlich mehr. Auch Familien mit Babys mussten teilweise tiefer in die Tasche greifen. Mit einer Petition wehrten sich Eltern dagegen. Der Kanton besserte im kleineren Rahmen nach und kündigte ein Monitoring an.
Nun liegen erste Zahlen vor, die das zuständige Departement für Volkswirtschaft und Soziales auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA herausgibt. Demnach sind die Betreuungsstunden in den Kitas von August 2025 bis August 2026 stabil geblieben, es resultierte ein leichtes Minus von einem Prozent – es sind aber über das ganze Jahr rund 80 Kinder mehr eingetreten als ausgetreten.
Auch die Altersdurchmischung hat sich trotz der tendenziell höheren Kosten für Kleinkinder nur minimal verändert. So machten die Kleinkinder per 1. August 2026 13 Prozent der gesamthaften Betreuten aus, im August 2025 waren es noch 14 Prozent.
Kitas orientieren sich vermehrt an Normkosten
Die Tarife für die Betreuung in den Kitas sind seit dem Start im August 2025 im Durchschnitt gleich geblieben. Der Kanton hält aber dazu fest: «Kitas orientieren sich vermehrt mit ihren Tarifen an den Normkosten. Dabei haben einige Kitas ihre Tarife gesenkt. Einige Kitas mit tiefen Tarifen haben ihre Tarife erhöht.»
Die Normkosten sind die Tarife, die der Kanton als Orientierung festgesetzt hat. Sie sollen ungefähr die Kosten der Kitas abbilden. Der Höchsttarif, den die Kitas von den Eltern verlangen können, beträgt 150 Prozent dieser Normkosten. Der Kanton hat diese Normkosten im Bereich der Vorschulkinder per 1. August 2026 um 6,6 Prozent erhöht. «Da die Normkosten gestiegen und die Tarife im Durchschnitt gleich geblieben sind, ist der Anteil, der von den Eltern zu finanzieren ist, tendenziell kleiner geworden», bilanzierte das zuständige Departement. Und es hielt weiter fest: «Das Ziel, dass alle Familien in derselben wirtschaftlichen Situation, vom Kanton und den Gemeinden dieselbe Unterstützung erhalten, wurde erreicht.»






