St. Galler Jugendliche brauchen mehr Finanzwissen

Junge Erwachsene sind vermehrt mit Betreibungen, Verlustscheinen oder offenen Steuerrechnungen konfrontiert. Werden sie in der Schule zu wenig auf solche Themen vorbereitet? Die vier Fraktionen des St. Galler Kantonsrats verlangen dazu Auskünfte von der Regierung.

Im gemeinsamen Vorstoss von FDP, Mitte-EVP, SP und SVP wird auf eine gesamtschweizerische Statistik verwiesen. Danach leben 9,5 Prozent der 18- bis 24-Jährigen in einem Haushalt mit mindestens einem ausstehenden Steuerbetrag.
Eine Auswertung von Caritas St. Gallen-Appenzell zeige, dass die Verschuldung junger Erwachsener in den vergangenen zwei Jahren um rund 7 Prozent zugenommen habe. Kurz nach dem Erreichen der Volljährigkeit seien sie mit «Betreibungen, Verlustscheinen oder offenen Steuerrechnungen» konfrontiert.
Die vier Fraktionen nehmen mit ihrem Vorstoss ein Anliegen auf, das im Jugendparlament diskutiert wurde. Es geht darin um die Ursachen für die finanziellen Probleme. Einer der Gründe könnte die mangelnde finanzielle Bildung sein, die sich bei erstmals anfallenden Verpflichtungen wie den Steuern oder den Krankenkassenprämien zeigen.
Es stelle sich deshalb die Frage nach einem Ausbau der Ausbildung zu diesem Thema an Berufs- und Mittelschulen im Kanton St. Gallen, heisst es in der Interpellation.
Die Regierung soll nun erklären, wie viele der zwischen 18 und 24 Jahre alten jungen Erwachsenen in den letzten fünf Jahren mindestens eine offene Steuerrechnung hatten. Weiter wird nach der Zahl der Betreibungen oder der Höhe der Verlustscheine gefragt.
Verlangt werden auch Auskünfte über die finanzielle Bildung der Schülerinnen und Schüler. «Wie beurteilt die Regierung die Erreichung der Lernziele der Schülerinnen und Schüler gemäss dem Lehrplan 21?», lautet eine weitere Frage.





