Unerwarteter Abgang des Thurgauer Kantonsingenieurs

Das Arbeitsverhältnis mit dem bisherigen Leiter des Thurgauer Tiefbauamtes ist aufgelöst worden. Als Grund gibt der Kanton unterschiedliche Führungsauffassungen an.

Hartwig Stempfle, Leiter des Tiefbauamtes, verlasse die Verwaltung auf Ende Dezember 2026, teilte der Kanton am Donnerstag mit. Das Departement für Bau und Umwelt und der Kantonsingenieur hätten sich auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses «im gegenseitigen Einvernehmen» geeinigt.
Stempfle habe im November 2023 die Nachfolge des langjährigen Kantonsingenieurs angetreten und wichtige Impulse gesetzt sowie massgebliche Projekte entscheidend vorangebracht. Bis zum Ende der Anstellung sei er freigestellt und baue Zeitguthaben ab. Die Amtsleitung werde neu ausgeschrieben.
Als Grund für die Trennung werden in der Mitteilung «unterschiedliche Auffassungen über Ausrichtung und Führung des Amtes» genannt. Dabei sei es um Beiträge der politischen Gemeinden an den Bau von Kantonsstrassen gegangen.
Nach dem Gesetz über Strassen und Wege hätten sich die politischen Gemeinden an den Kosten für den Bau von Kantonsstrassen und -wegen mit Beiträgen zu beteiligen, präzisierte der Kanton auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dazu habe es unterschiedliche Beurteilungen gegeben.
Es gehe um «die Differenzierung zwischen Sanierungen und Neubauten» und darum, wie stark die Gemeinden abhängig davon an den Kosten beteiligt würden. «Detailliertere Aussagen wären zum heutigen Zeitpunkt verfrüht.» Zuerst müssten die Projekte von 2024 bis 2026 im Einzelfall überprüft werden. Ziel sei es, «möglichst rasch Klarheit zu schaffen».






