Bodensee trocknet aus – jetzt stinkt es auch noch

Der Bodensee trocknet aus – viele Boote liegen auf dem Grund. Die Saison sei jetzt schon gelaufen, sagen die Besitzer. Und jetzt stinkt es auch noch.
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Das Wichtigste in Kürze
- Seit Wochen liegen im Hafen am Bodensee mehrere Boote wegen des rekordtiefen Pegelstandes auf dem Grund.
- Nau.ch ist vor Ort und beobachtet, wie der See langsam austrocknet.
- Rund um den Bodensee stinkt es – wegen der Algen.
Wenig Schnee im Winter, wenig Schmelzwasser im Frühsommer – und über Wochen kaum Regen: Der Bodenseepegel ist beinahe auf das historische Rekordtief gesunken.
In den Häfen liegen seit Wochen viele Boote auf dem Grund. Der Wassermangel ist das Ergebnis einer langen Trockenperiode.
Der aktuelle Pegel liegt nur noch 26 Zentimeter über dem tiefsten jemals gemessenen Wasserstand. Dieser wurde im Januar 1949 registriert. Doch der Wasserspiegel sinkt weiter.
Derzeit liegt der Pegel gemäss Daten des Bundes rund 1,5 Meter unter dem langjährigen Durchschnitt im Juli.
Vor zwei Jahren drohte noch Hochwasser
Dabei war die Lage am Bodensee vor zwei Jahren noch eine völlig andere. Im Juni 2024 herrschte die höchste Hochwasser-Gefahrenstufe. Tagelange Niederschläge hatten den See zum Überlaufen gebracht.
Der Bodensee reagiert auf Trockenperioden besonders stark. Das liegt daran, dass er nicht reguliert wird. Das heisst: Es gibt keine Schleusen oder Wehre, die den Wasserstand künstlich steuern.
Nau.ch ist vor Ort – und zeigt, wie der See langsam austrocknet.
«Die Saison ist gelaufen»
Jakob Ribi fährt seit 1969 mit seinem Boot auf dem Bodensee. Einen solchen Tiefstand hat er jedoch noch nie erlebt, wie er sagt.
«Wir müssen uns zusammenreissen und selbst etwas unternehmen», sagt ein Fahrradfahrer zu unserem Reporter.

Er komme selten vorbei, doch beim letzten Besuch sei es viel mehr Wasser gewesen. «Traurig» sei das.
Die Leute holen sogar schon die Boote aus dem Wasser. «Die Saison ist für dieses Jahr gelaufen», sagt Ribi. «Es ist wie es ist. Ändern können wir es eh nicht.»

«Der Geruch …»
Doch damit nicht genug – am Seeufer stinkt es auch noch. Robert, ein weiterer Bodensee-Enthusiast, meint vielsagend: «Erstmal: Der Geruch …»

Ausserdem müsse man erst weit in den See hineinlaufen, bevor man überhaupt schwimmen könne.

Der unangenehme Geruch am Bodensee stammt laut Regierungspräsidium Baden-Württemberg (D) meist von Algen. Wenn Algen und Pflanzenreste verrotten, entsteht Schwefelwasserstoff – ein Gas, das nach faulen Eiern riecht.
Sprungturm muss geschlossen werden
Auch die Badi in Steckborn TG bekommt zu spüren, dass der See zu wenig Wasser hat: Sie muss ihren Sprungturm aufgrund des Wassermangels schliessen. So habe es die Stadt entschieden, sagt Joachim Mirisch von der Badi.

Auch das Surfen bleibt aus: «Für uns ist der Aufwand zu hoch. Wir müssen zu weit laufen, bis man im Wasser ist», sagt Reto Studerus von Boarderhouse.

Ein kleiner Lichtblick: Eine «positive» Veränderung gibt es. Das Boarderhaus verkaufe mehr Schuhe, da es neuerdings zu viel Schlamm gibt.







