Bodensee trocknet aus – jetzt stinkt es auch noch

    Nico Leuthold
    Nico Leuthold, Aaron Studer

    Bodensee,

    Der Bodensee trocknet aus – viele Boote liegen auf dem Grund. Die Saison sei jetzt schon gelaufen, sagen die Besitzer. Und jetzt stinkt es auch noch.

    00:00 / 00:00

    Der Bodenseepegel ist kurz vor dem historischen Rekordtief. Die Leute holen sogar schon die Boote aus dem Wasser. - Nau.ch / Nico Leuthold

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit Wochen liegen im Hafen am Bodensee mehrere Boote wegen des rekordtiefen Pegelstandes auf dem Grund.
    • Nau.ch ist vor Ort und beobachtet, wie der See langsam austrocknet.
    • Rund um den Bodensee stinkt es – wegen der Algen.

    Wenig Schnee im Winter, wenig Schmelzwasser im Frühsommer – und über Wochen kaum Regen: Der Bodenseepegel ist beinahe auf das historische Rekordtief gesunken.

    In den Häfen liegen seit Wochen viele Boote auf dem Grund. Der Wassermangel ist das Ergebnis einer langen Trockenperiode.

    Der aktuelle Pegel liegt nur noch 26 Zentimeter über dem tiefsten jemals gemessenen Wasserstand. Dieser wurde im Januar 1949 registriert. Doch der Wasserspiegel sinkt weiter.

    Derzeit liegt der Pegel gemäss Daten des Bundes rund 1,5 Meter unter dem langjährigen Durchschnitt im Juli.

    Vor zwei Jahren drohte noch Hochwasser

    Dabei war die Lage am Bodensee vor zwei Jahren noch eine völlig andere. Im Juni 2024 herrschte die höchste Hochwasser-Gefahrenstufe. Tagelange Niederschläge hatten den See zum Überlaufen gebracht.

    Macht dir der tiefe Pegelstand des Bodensees Sorgen?

    Der Bodensee reagiert auf Trockenperioden besonders stark. Das liegt daran, dass er nicht reguliert wird. Das heisst: Es gibt keine Schleusen oder Wehre, die den Wasserstand künstlich steuern.

    Nau.ch ist vor Ort – und zeigt, wie der See langsam austrocknet.

    «Die Saison ist gelaufen»

    Jakob Ribi fährt seit 1969 mit seinem Boot auf dem Bodensee. Einen solchen Tiefstand hat er jedoch noch nie erlebt, wie er sagt.

    «Wir müssen uns zusammenreissen und selbst etwas unternehmen», sagt ein Fahrradfahrer zu unserem Reporter.

    bodensee
    Die Boote im Hafen liegen auf dem Trockenen. - Nau.ch

    Er komme selten vorbei, doch beim letzten Besuch sei es viel mehr Wasser gewesen. «Traurig» sei das.

    Die Leute holen sogar schon die Boote aus dem Wasser. «Die Saison ist für dieses Jahr gelaufen», sagt Ribi. «Es ist wie es ist. Ändern können wir es eh nicht.»

    boot
    Die beiden Herren haben heute ihr Boot aus dem Bodensee geholt: «Die Saison ist gelaufen.» - Nau.ch/Nico Leuthold

    «Der Geruch …»

    Doch damit nicht genug – am Seeufer stinkt es auch noch. Robert, ein weiterer Bodensee-Enthusiast, meint vielsagend: «Erstmal: Der Geruch …»

    bodensee
    Auch Robert findet, dass es stinkt: «Zunächst einmal der Geruch.» - Nau.ch

    Ausserdem müsse man erst weit in den See hineinlaufen, bevor man überhaupt schwimmen könne.

    bodensee
    Ein niedriger Pegelstand und viel Sonnenschein sind perfekte Konditionen für ein ausgeprägtes Algenwachstum. - Nau.ch

    Der unangenehme Geruch am Bodensee stammt laut Regierungspräsidium Baden-Württemberg (D) meist von Algen. Wenn Algen und Pflanzenreste verrotten, entsteht Schwefelwasserstoff – ein Gas, das nach faulen Eiern riecht.

    Sprungturm muss geschlossen werden

    Auch die Badi in Steckborn TG bekommt zu spüren, dass der See zu wenig Wasser hat: Sie muss ihren Sprungturm aufgrund des Wassermangels schliessen. So habe es die Stadt entschieden, sagt Joachim Mirisch von der Badi.

    bodensee
    Zu wenig Wasser: Der Sprungturm in der Badi Steckborn ist geschlossen. - Nau.ch/ Nico Leuthold

    Auch das Surfen bleibt aus: «Für uns ist der Aufwand zu hoch. Wir müssen zu weit laufen, bis man im Wasser ist», sagt Reto Studerus von Boarderhouse.

    bodensee
    Das Surf-Geschäft leidet unter dem Wassermangel - Nau.ch

    Ein kleiner Lichtblick: Eine «positive» Veränderung gibt es. Das Boarderhaus verkaufe mehr Schuhe, da es neuerdings zu viel Schlamm gibt.

    Kommentare

    User #3903 (nicht angemeldet)

    Zum grossen Glück hat Albert Röste (bester Bundesrat ever, ausser natürlich Blöcker) nicht auf diese Panikmache der Grünen und Klimaforscher reagiert. Was dringend kommen muss, gerade wenn die Wasserstände in Flüssen sinken, sind Atomkraftwerke, die werden uns sicher und zuverlässig durch die anstehenden Dürreperioden mit Strom versorgen. Sonne und Wind? Vergesst dieses neumödische Zeugs, viel zu teuer und klemmt uns die Wolkenbildung ab (Windräder) und erwärmt die Umwelt (PV). Ironie OFF.

    User #1193 (nicht angemeldet)

    Fragen Sie doch Donald Trump oder die SVP, es gibt keinen Klimawandel.

    Weiterlesen

    7 Interaktionen
    Ostschweiz
    Wasserstand Seen
    27 Interaktionen
    Trotz Trockenheit
    Hafen in Mannenbach-Salenstein TG
    20 Interaktionen
    Boote auf Grund

    Mehr aus Thurgau

    Frauenfeld TG
    1 Interaktionen
    Frauenfeld TG
    UBR Frauen
    Frauenfeld TG
    Floorball Thurgau
    Unihockey
    Romanshorn TG
    Romanshorn TG

    Mehr aus Ost

    Vilters SG
    Vilters SG
    Gemeindepräsidentin Kemmental
    27 Interaktionen
    Kemmental TG
    8 Interaktionen
    St. Gallen