Graubünden

    Brienz GR rutscht noch immer in Rekordtempo ab

    Nicola Aerschmann
    Nicola Aerschmann

    Thusis,

    Vor rund einem Jahr musste das Bündner Bergdorf Brienz wegen eines Felssturzes evakuiert werden. Die Lage hat sich nun etwas beruhigt – sie bleibt aber heikel.

    brienz
    Das Dörfchen Brienz GR. - Nau.ch/Drone-Air-Media

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Mai 2023 mussten die Bewohner von Brienz GR ihr Dorf verlassen.
    • Nach dem Felssturz konnten sie im Juli wieder nach Hause zurückkehren.
    • Allerdings rutscht das Gelände weiterhin – teilweise mit bis zu acht Metern pro Jahr.

    Rund ein Jahr ist es her, seit das Bergdorf Brienz im Kanton Graubünden geräumt werden musste. Grund dafür war ein Felssturz, der eine Gerölllawine mit sich brachte.

    Immerhin: Diese machte vor den Häusern halt – im Juli 2023 konnten die Einwohnerinnen und Einwohner wieder zurück.

    Wie SRF berichtet, sei ein Jahr nach dem Ereignis wieder eine gewisse Normalität eingekehrt. Allerdings kommt die Gegend im wahrsten Sinne des Wortes nicht wirklich zur Ruhe.

    Prognosen für Brienz sind schwierig

    Stefan Schneider, der Leiter des Frühwarndienstes Brienz/Brinzauls, sagt in der «Tagesschau», das Gebiet rutsche weiterhin. Und warnt: Stellenweise sei die Rutschung gar so massiv wie noch nie seit Messbeginn.

    Schneider führt aus: «Das Dorf ist aktuell mit einer Geschwindigkeit von rund zwei Metern pro Jahr unterwegs. Im westlichen Bereich sogar noch etwas schneller, bis an die drei Meter.» Im Bereich des Berges sind es sogar «bis zu acht Meter pro Jahr».

    Ein weiterer Felssturz drohe derzeit nicht, heisst es. Ganz auszuschliessen ist ein solches Ereignis inklusive Evakuierung des Dorfes aber nicht. Schneider sagt: «Prognosen sind sehr schwierig, aber wir werden es vom Frühwarndienst weiterhin sehr engmaschig verfolgen.»

    Neben der stetigen Beobachtung hat Brienz weitere Massnahmen ergriffen, um das Problem in den Griff zu kriegen. So soll unterhalb des Dorfes ein Entwässerungsstollen entstehen, der dem Untergrund das Wasser entzieht. Allerdings dürfte dieser erst Ende 2027 fertiggestellt werden.

    Es braucht immer wieder neue Schienen

    Klar ist: Im Alltag spürt die Region die Folgen der Rutschungen immer noch. Die Infrastruktur, beispielsweise die Schienen, leiden darunter.

    Warst du schon einmal in Brienz GR?

    Thomas Gasner, Leiter Bahndienst Süd bei der Rhätischen Bahn, sagt in der «Tagesschau»: Der ganze Gleiskörper bewege sich pro Jahr um einen halben Meter bis einen Meter in Richtung Albula. Dadurch komme es zu Schienenverschiebungen, sodass man immer wieder neue Schienen einsetzen muss.

    Zwischen Tiefencastel und Surava wird die Schienenspur zweimal pro Woche mit einem Spezialgerät gemessen. Dies, da sich innerhalb kurzer Zeit Deformationen bilden. Zudem fahren die Züge nur mit 30 bis 40 Kilometern pro Stunde über die heikle Strecke.

    Kommentare

    User #7134 (nicht angemeldet)

    Umsiedeln und sofort aufhören Millionen zu versenken! Es ist zwecklos. frühner oder später müssen die Bewohner eh das dorf räumen.

    User #6258 (nicht angemeldet)

    Was in Brienz geschieht,wird in Zukunft noch einigen Bergdörfer Sorgen machen.Hänge werden durch die heissen Sommer ausgetrocknet,fällt Regen sucht sich das Wasser andere Wege,um ab zu fliessen.Erdrutsche sind vorprogrammiert.

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