Wirbel um Altdeponie bei der EMS-Chemie

Sandra Morgenroth
Sandra Morgenroth

Thusis,

Eine mögliche Sanierung der Ems-Chemie-Deponie löst eine Debatte aus – die Regierung blockt die Forderungen ab.

EMS-Chemie
Das Gelände der EMS-Chemie. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/EDDY RISCH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Sanierung der Deponie der Ems-Chemie bleibt umstritten.
  • Ratsmitglieder fordern mehr Transparenz und Überwachung des Grundwassers.
  • Die Regierung sieht dagegen keine Möglichkeit zur Bodensanierung.

Die Forderung einiger Ratsmitglieder zur Sanierung des belasteten Bodens rund um eine Deponie der Ems-Chemie stösst auf Widerstand von Seiten der Regierung.

Anita Mazzetta, Grossrätin der Churer Grünen, ist mit dieser Haltung nicht einverstanden und betont: «Die Betroffenen erwarten mehr.» Darüber berichtet das «Bündner Tagblatt».

Mazzetta hatte im Februar bei der Regierung nachgefragt, ob ausgeschlossen werden könne, dass grössere Mengen des krebserregenden Stoffes Trichlorethylen ins Grundwasser gelangen. Die Antwort war negativ – das Grundwasser werde überwacht.

Mazzettas Anliegen wurde am Dienstag im Grossen Rat diskutiert. Sie zeigte sich unzufrieden mit den Antworten und forderte Transparenz bezüglich des Untersuchungsberichts des Amts für Natur und Umwelt.

Forderungen nach Sanierungsmassnahmen

Zusätzlich zur Transparenz forderte Mazzetta die Sanierung der Deponie aufgrund des Vorsorgeprinzips und regte an, eine Lösung mit Ems-Chemie zu suchen. «Verhandeln Sie mit Ems-Chemie und schaffen Sie Transparenz!», appellierte sie an die Regierung.

Regierungsantwort und weitere Diskussion

Die Forderungen nach Sanierung stiessen bei Jon Domenic Parolini, dem zuständigen Regierungspräsidenten, auf Ablehnung. Er argumentierte damit, dass nicht sicher nachgewiesen werden könne, dass der schädliche Stoff aus der stillgelegten Deponie stamme.

Zum Untersuchungsbericht äusserte Parolini Bedenken hinsichtlich urheberrechtlicher Fragen bei einer Veröffentlichung ohne Zustimmung aller Beteiligten.

Schliesslich informierte Parolini darüber, dass Ems-Chemie ein detailliertes Überwachungskonzept beim Amt für Natur und Umwelt eingereicht habe und dieses nun geprüft werde.

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