Thurgau

Romanshorn TG: Stadt rechnet 2027 mit Plus von 739'327 Franken

Stadt Romanshorn
Stadt Romanshorn

Bodensee,

Romanshorn TG budgetiert für 2027 bei unverändertem Steuerfuss von 70 Prozent einen Überschuss von 739'327 Franken.

Romanshorn
Die Stadtverwaltung Romanshorn. - Nau.ch / Miriam Danielsson

«Der Stadtrat Romanshorn freut sich, für 2027 erneut ein mehr als ausgeglichenes Budget vorlegen zu können», sagt Stadtpräsident Roger Martin. Aufgrund der sehr guten Rechnungsabschlüsse der vergangenen Jahre und eines budgetierten Überschusses von 739'327 Franken wurde auch eine befristete Steuersenkung für 2027 und 2028 geprüft.

Dabei bezog der Stadtrat auch absehbare finanzielle Entwicklungen mit ein. So ist ab 2029 von erheblichen Mindereinnahmen auszugehen. Beispielsweise durch den Wegfall der Liegenschaftssteuer im Umfang von rund drei Steuerprozenten sowie die Abschaffung des Eigenmietwerts. Gleichzeitig dürften die Ausgaben für die individuelle Prämienverbilligung (IPV) um rund sechs Steuerprozente steigen.

Hinzu kommt, dass Romanshorn als Zentrumsgemeinde weiterhin überdurchschnittliche Lasten ohne ausreichenden kantonalen Ausgleich trägt. Vor diesem Hintergrund setzt der Stadtrat auf Kontinuität statt auf eine vorübergehende Entlastung mit anschliessendem Korrekturbedarf. Der Steuerfuss soll deshalb bei 70 % bleiben.

Die Kosten im Sozialwesen steigen seit 2026 wieder an. Für das Budget 2027 wird daher mit spürbar höheren Ausgaben als im Vorjahr gerechnet. Auch im Gesundheitswesen setzen sich die Kostensteigerungen fort – sowohl im stationären Bereich als auch in der ambulanten Pflege (Spitex). Im Budget 2027 sind dafür 2.8 Millionen Franken vorgesehen, gegenüber 2.7 Millionen Franken im Budget 2026. Auch die Aufwendungen für die individuellen Prämienverbilligungen (IPV) steigen weiter. Im Budget 2027 sind dafür 2.05 Millionen Franken vorgesehen, 0.15 Mio. Franken mehr als im Budget 2026.

Investitionen von rund elf Millionen Franken

Die geplanten Nettoinvestitionen 2027 betragen 12.26 Millionen Franken, davon 1.09 Millionen Franken in Spezialfinanzierungen. Für das Stadthaus+ sind 3 Millionen Franken vorgesehen; der Bezug ist Ende 2029 geplant. Für die Mehrzweckhalle Bach sind 7.5 Millionen Franken für die nächste Projektphase budgetiert. Davon entfallen 3 Millionen Franken auf die Primarschule und 2.25 Millionen Franken auf die Sekundarschule.

Weitere grössere Investitionen betreffen die Altlastensanierung der Schiessanlage Eichhof (820'000 Franken), das Seebad (600'000 Franken), den Spielplatz Hydrel (200'000 Franken) sowie die Planung der Sportplatzsanierung (200'000 Franken). Im Hafenareal sind unter anderem 150'000 Franken für ein Vorprojekt beim Hafendienstgebäude, 100'000 Franken für die Hafenpromenade und 120'000 Franken für Entwicklungskosten im Bereich Hafen Nord vorgesehen. Für Gemeindestrassen und Parkplatzbewirtschaftung sind 3.08 Millionen Franken budgetiert, davon 2.38 Millionen Franken für Strassensanierungen.

Weitere Mittel fliessen in die Seeuferbefestigung (80'000 Franken), die Raum- und Ortsplanung (200'000 Franken) sowie Abwasserbeseitigung und Abfallwirtschaft (600'000 Franken). Die Abschreibungen betragen 2'245'450 Franken.

Mittel- und langfristige Investitionen

Der Stadtrat plant weitere Investitionen zur langfristigen Entwicklung Romanshorns. Dafür wird mittelfristig eine steigende Verschuldung in Kauf genommen. Gemäss Finanzplan sind trotz dieser Entwicklung und der Kosten des Stadthaus+ ab 2031 keine Steuererhöhungen vorgesehen, da die steigenden Kosten durch höhere Steuererträge weitgehend kompensiert werden. Ab 2029/2030 drohen jedoch Mindererträge und Mehrkosten von rund 2.25 Millionen Franken bzw. 9 Steuerprozenten: Diese kantonsweiten Belastungen sind unter anderem durch den Wegfall der Liegenschaftssteuer und des Eigenmietwerts sowie höhere IPV-Leistungen.

Auch die Auswirkungen der kantonalen Aufgaben- und Verzichtsplanung sind noch offen. Der Stadtrat und die Verwaltung setzen alles daran, künftige Steuererhöhungen zu vermeiden oder möglichst gering zu halten. Entsprechend der Gemeindeordnung und dem Umfang der Projekte haben die Stimmberechtigten an der Urne oder an Gemeindeversammlungen das letzte Wort.

Die Budgetgemeindeversammlung findet am Mittwoch, 18. November 2026, um 19.30 Uhr in der Aula der Kantonsschule Romanshorn statt.

Wie in den Vorjahren erhält jeder Haushalt anstelle einer umfangreichen Broschüre am 23. Oktober 2026 einen Budgetflyer. Die vollständigen Budgetunterlagen stehen ab dem 22. September 2026 online zur Verfügung. Wer keinen Internetzugang hat, darf sich gerne an die Stadtkanzlei wenden.

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