Frauenfeld TG: Ein Bild aus Haarstaub und sein Geheimnis

Im Schloss Frauenfeld TG erzählt Historiker Dominik Streiff am Donnerstag, 24. September 2026, von Johann Adam Pupikofer und einem Täfelchen aus Haarstaub.

Johann Adam Pupikofer, der berühmteste Thurgauer Historiker, wollte Vergangenes vor dem Vergessen bewahren und sich gleichzeitig verewigen. Am Museumshäppli vom Donnerstag, 24. September 2026, im Schloss Frauenfeld zeigt der Historiker Dominik Streiff anhand eines geheimnisvollen Haarbildchens aus der Familie Pupikofer auf, welch hohen Stellenwert Erinnern im 19. Jahrhundert hatte.
Bei der Objektauswahl für die aktuelle Sonderausstellung «Leben & Lassen. Spuren des Menschseins» des Historischen Museums Thurgau tauchte ein geheimnisvolles Elfenbeintäfelchen auf. Darauf ist eine Totenlandschaft gemalt: Bäume, ein Grabmal und die Initialen «WP». Das zarte Objekt aus Haarstaub bewahrt nicht nur ein Bild, sondern auch den körperlichen Rest eines Menschen.
Haare galten im 19. Jahrhundert als besonders kräftige Hinterlassenschaft.
Die Spurensuche führt zur Familie von Johann Adam Pupikofer (1797–1882), der sein Leben dem Bewahren von Vergangenem gewidmet hat. Als Kantonsbibliothekar und Thurgauer Staatsarchivar legte er das Fundament der heutigen Kantonsgeschichte. Trotz Kritik baut die historische Forschung nach wie vor auf seinem Erbe auf.
Für die Ewigkeit geschaffen
Pupikofers Lebenswerk und das filigrane Bildchen aus Haarstaub folgen derselben Hoffnung: dass etwas Prägendes von uns bleiben möge. Im Haarstaub ist die Erinnerung an eine einzelne Person aufgehoben. In Pupikofers Hinterlassenschaft lebt dagegen der Anspruch auf die Geschichte eines ganzen Kantons fort.
Der Historiker Dominik Streiff wirft in seinem Mittagsvortrag ein Licht auf die Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts und lüftet das Geheimnis um die Initialen «WP».
Das Museumshäppli «Pupikofer für die Ewigkeit. Der Chefhistoriker des Thurgaus» findet am Donnerstag, 24. September 2026, von 12.30 bis 13 Uhr im Schloss Frauenfeld statt. Eintritt frei. Eine Anmeldung unter historisches-museum.tg.ch/events ist erforderlich.






