Thurgau

    Andreas Sigrist (EDU): «Standortförderung statt Rüstungsexporte»

    Andreas Sigrist
    Andreas Sigrist

    Frauenfeld,

    Die Schweiz soll ihre Rüstungsgelder stärker im eigenen Land investieren und an ihrer Neutralität festhalten, so der Thurgauer EDU-Kantonsrat Andreas Sigrist.

    Andreas Sigrist Porträtfoto EDU
    Andreas Sigrist ist EDU-Kantonsrat im Thurgau. - zVg

    Bei jeder Abstimmung stellt sich die Frage nach der richtigen Perspektive. In der Debatte um die Revision des Kriegsmaterialgesetzes wird argumentiert, dass unsere Rüstungs- und Technologiebranche Auslandaufträge braucht, um Know-how und Arbeitsplätze in der Schweiz zu halten. Vermehrte Exporte sollen ihr Überleben sichern.

    Kriegsmaterialgesetz
    Am 29. November stimmt die Schweiz über die Änderung des Kriegsmaterialgesetzes ab. (Symbolbild) - keystone

    Mit etwas Distanz betrachtet zeigt sich mir ein Widerspruch: Bei Beschaffungen – etwa für F-35-Kampfjets, Patriot-Systeme oder Aufklärungsdrohnen – fliessen Milliardenbeträge ins Ausland und dreistellige Millionenbeträge versickern, während einheimische Betriebe nur auf zäh verhandelte Kompensationsgeschäfte hoffen dürfen.

    Was wäre im Blick auf die heimische Wertschöpfung und Souveränität möglich, wenn diese Gelder gezielt in Schweizer Betriebe und Innovationen gelenkt würden?

    Wie wirst du über das Kriegsmaterialgesetz abstimmen?

    Befremdlich ist zudem, dass neu 36 Staaten – darunter die USA – selbst bei Verwicklung in aktuelle Konflikte vom Exportverbot ausgenommen werden sollen.

    Nach reiflichem Abwägen ist für mich klar, dass das nicht zu unserer Neutralität passt. Darum: Nein zu dieser falschen Weichenstellung!

    Zum Autor

    Andreas Sigrist (*1962) ist EDU-Kantonsrat im Thurgau. Der Landwirt und Theologe ist verheiratet, hat drei Söhne und lebt in Guntershausen.

    Kommentare

    User #1175 (nicht angemeldet)

    Die Rüstungsindustrie kann noch so viele Millionen in den Abstimmungskampf stecken. Ich will nicht, dass wir Saudi-Arabien, Israel und andere Unrechtsstaaten mit Waffen beliefern und werde deshalb Nein stimmen.

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