Thurgau

    Thurgauer Regierung will Beitrag für Theater St. Gallen streichen

    Keystone-SDA Regional
    Keystone-SDA Regional

    Frauenfeld,

    Der Kanton Thurgau hat in den letzten Jahren jährlich rund 1,7 Millionen Franken an den Betrieb von Konzert und Theater St. Gallen bezahlt. Diesen Betrag will der Thurgauer Regierungsrat streichen und die entsprechende Vereinbarung kündigen.

    Der Kanton Thurgau will den Betrieb des Theaters St. Gallen nicht mehr unterstützen. (Archivbild)
    Der Kanton Thurgau will den Betrieb des Theaters St. Gallen nicht mehr unterstützen. (Archivbild) - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

    Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem Kanton Thurgau besuchen jeweils die Vorstellungen von Konzert und Theater St. Gallen. Dafür gab es bisher einen jährlichen Beitrag an den Betrieb aus dem Nachbarkanton. Grundlage dafür ist eine Vereinbarung von 2009.

    Die Höhe basiere auf einer Publikumserhebung, heisst es in der Vorlage der Thurgauer Regierung zur Aufgaben- und Verzichtsplanung, die letzte Woche veröffentlicht wurde. Zuletzt waren es jeweils knapp 1,7 Millionen, die der Thurgau beisteuerte. Dieses Geld will der Regierungsrat bald einsparen.

    Die entsprechenden Massnahmen im Sparpaket mit einer Wirkung von 60 Millionen Franken heissen «Verzicht auf Zahlung Kulturlastenausgleich an den Kanton St. Gallen und Kündigung interkantonaler Vereinbarung». Die Regierung sieht sich bei ihrem Streichungsvorschlag gestützt durch eine Motion aus dem Grossen Rat vom Dezember 2025.

    Frühestmögliche Kündigung

    Die Motion wurde von Vertretern von SVP, FDP und Mitte/EVP gemeinsam eingereicht. Verlangt wird darin eine Vorlage «für den Austritt zum frühestmöglichen Zeitpunkt aus der Interkantonalen Vereinbarung über die Zusammenarbeit und den Lastenausgleich im Bereich Kultureinrichtungen von überregionaler Bedeutung».

    Für die Vereinbarung gilt eine Kündigungsfrist von 18 Monaten. Das Sparpaket ist zudem vom Grossen Rat noch nicht beraten worden. Laut Vorlage würde sich der Spareffekt von 1,69 Millionen Franken deshalb erst ab 2029 einstellen.

    Kritik an den Sparplänen gab es bisher etwa vom Verband Thurgauer Schulgemeinden. Der Thurgau profitiere in vielfältiger Weise von den kulturellen Angeboten der Nachbarkantone, schreibt der Verband. Eine einseitige Kündigung sei «ein problematisches Signal» für die interkantonale Zusammenarbeit.

    Weniger Geld von Kanton und Stadt

    Für Konzert und Theater St. Gallen wäre die Massnahme ein harter Einschnitt. Als eine der Massnahmen im Entlastungspaket wurden im Dezember 2025 bereits die Subventionen des Kantons St. Gallen gekürzt. Ab 2027 reduziert sich der Betrag von insgesamt rund 21,5 Millionen Franken aus dem Staatshaushalt um 700'000 Franken.

    Weil aber gleichzeitig 350'000 Franken aus dem Lotteriefonds entnommen werden, verringert sich die Unterstützung des Kantons für das Theater unter dem Strich «nur» um 350'000 Franken.

    Diese Sparmassnahme führte aber auch zu einer anteilmässigen Kürzung des Beitrags der Stadt St. Gallen um jährlich 150'000 Franken ab 2027. Das Stadtparlament bewilligte die Massnahme am Dienstagabend. Stadt und Kanton St. Gallen zahlten künftig noch insgesamt 30,2 Millionen an den Konzert- und Theaterbetrieb, hiess es in der Vorlage des Stadtrats.

    Kommentare

    User #3356 (nicht angemeldet)

    Bei vielen Sachen wird auf das Verursacherprinzip verwiesen. Abfall/ und Abwasserentsorgung, CO2 Abgabe, usw. Wer Kunst und Kultur haben will, soll es bezahlen, was es ohne Subventionen Kosten würde.

    User #1865 (nicht angemeldet)

    Ist das eine Kehrrichtverbrennungsanlage auf dem Bild? Grauenhaft!

    Mehr aus Thurgau

    1 Interaktionen
    Thurgau
    1 Interaktionen
    Thurgau
    Schlatt TG
    Schlatt TG
    Diessenhofen TG
    Diessenhofen TG

    Mehr aus Ost

    Dieser Weinfelder berät Konzerne im Storytelling
    1 Interaktionen
    Weltweit unterwegs
    st. gallen
    Wattwil SG
    FC St.Gallen
    1 Interaktionen
    Gute Bilanz, aber...